• Ronny König will einen Abstieg unbedingt verhindern. Es wäre der dritte in seiner Karriere. © imago images/ picture point

    Ronny König will einen Abstieg unbedingt verhindern. Es wäre der dritte in seiner Karriere. © imago images/ picture point

Zwickaus König vor Abstiegskrimi: "Angst wäre schlechter Ratgeber"

Zuletzt aktualisiert:

Mehr Spannung vor einem Derby geht nicht. Das ohnehin prestigeträchtige Drittliga-Duell zwischen dem FSV Zwickau und dem Chemnitzer FC am Mittwochabend (19.00 Uhr/MagentaSport) wird zu einem Abstiegsendspiel. Der FSV steht vor dem vorletzten Spieltag mit 40 Punkten auf dem 17. Tabellenplatz, der CFC belegt mit 41 Zählern Rang 16. Bei einer Niederlage wäre für die Zwickauer der bittere Gang in die Regionalliga so gut wie perfekt. Gewinnt der FSV, würde Chemnitz unter den ominösen Strich rutschen. Allerdings wäre das Team von CFC-Trainer Patrick Glöckner dann noch nicht abgestiegen und könnte sich am letzten Spieltag mit einem Sieg über Hansa Rostock sowie fremder Schützenhilfe retten.

«Für beide Mannschaften steht einiges auf dem Spiel. Eine gewisse Anspannung ist gut, Angst wäre aber ein schlechter Ratgeber», sagt FSV-Stürmer Ronny König. Der 37-Jährige hat in seiner Karriere als Fußballprofi schon viel erlebt, darunter auch zwei Abstiege: 2009 mit Zweitligist Wehen Wiesbaden und zwei Jahre später mit Rot-Weiß Oberhausen. Einen dritten Abstieg will König mit aller Macht verhindern.

Die Zuversicht, den westsächsischen Rivale aus Chemnitz zu besiegen und in der Tabelle zu überflügeln, ist beim Routinier groß. Was spricht für den FSV? «Unsere Mentalität und der starke Charakter. Wir haben in dieser Saison schon mehrere Rückstände aufgeholt, Spiele gedreht und bewiesen, dass wir immer mindestens für ein Tor gut sind», antwortet König selbstbewusst. 54 Treffer sprechen für eine schlagkräftige Zwickauer Offensive, 60 Gegentore dagegen für eine anfällige Defensive. Allein seit dem Neustart nach der Corona-Pause klingelte es im Kasten von FSV-Schlussmann Johannes Brinkies in neun Spielen insgesamt 19 Mal.

Trotz der Abwehrschwächen und nur zwei Siegen seit dem Re-Start ist die Mannschaft von Trainer Joe Enochs im Abstiegskampf noch nicht aus dem Rennen. Am vergangenen Wochenende hatten die Zwickauer gegen Aufstiegskandidat Braunschweig einen 1:2-Rückstand in der Nachspielzeit noch in einen 3:2-Erfolg gedreht, womit die Chancen auf die sportliche Rettung wieder gestiegen sind. Immerhin kann der FSV den Klassenverbleib wieder aus eigener Kraft schaffen.

Während König zusammen mit Sturmpartner Elias Huth für die FSV-Tore sorgen soll, muss der CFC im Derby auf seinen besten Schützen verzichten. Philipp Hosiner fehlt am Mittwoch gelbgesperrt. Für den Österreicher, der im Saisonverlauf schon 16 Treffer erzielt hat, ist das Fehlen «extrem bitter». Die Verwarnung, die der Stürmer beim 1:1 in Uerdingen kassierte, empfand er als unberechtigt. «In unserer Situation benötigen wir jeden Spieler, um die nötigen Punkte zu holen. Das hat mich sehr verärgert», sagte Hosiner in einem Interview auf der CFC-Homepage.

Der 31-Jährige ist trotzdem von einem Erfolg seiner «Himmelblauen» überzeugt: «Die Mannschaft muss an ihre Qualitäten glauben und mit Selbstbewusstsein nach Zwickau fahren. Aktuell sind wir in der Situation, dass wir über dem Strich stehen und Zwickau hinter uns. Wir können meiner Meinung nach befreiter aufspielen.»

Ähnlich optimistisch äußerte sich CFC-Sportdirektor Armin Causevic, der sich einen mutigen Auftritt seiner Mannschaft wünscht und eine Kampfansage Richtung FSV schickte. «Gewinnen wir, kann das bereits der Klassenerhalt sein. Zwickau hingegen kann am Mittwoch absteigen. Das muss für unsere Spieler Ansporn und zugleich Anspruch sein», sagte Causevic der «Chemnitzer Morgenpost». (dpa)