• Gesam­melte Pilze in einem Korb bei Wald-Michel­bach im Odenwald. Foto: Roland Holschneider

Zu wenig Pilzberater

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Erfurt (dpa) - Die Hoch-Zeit der Pilzsaison steht bevor - doch zuneh­mend fehlen profes­sio­nelle Berater, die Sammlern bei Zweifels­fällen helfen. Experten könnten mit der Begut­ach­tung von Pilzfunden Vergif­tungen verhin­dern.

«Leider ist das Netz von Pilzbe­ra­tern sehr weitma­schig geworden bezie­hungs­weise werden Pilzbe­ra­tungs­stellen von den meisten Gemeinden in Deutsch­land nicht mehr vorge­halten», sagte Bettina Plenert vom Erfurter Giftin­for­ma­ti­ons­zen­trum. «Letzteres liegt auch an der fehlenden staat­li­chen Unter­stüt­zung.» Eine positive Ausnahme sei Mecklen­burg-Vorpom­mern.

Allein in Erfurt - das Zentrum ist eine gemein­same Einrich­tung der Länder Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Mecklen­burg-Vorpom­mern - geht jährlich eine Vielzahl von Notrufen wegen Pilzver­gif­tungen ein. Voriges Jahr waren es laut Plenert 240, 2014 sogar 348. Dieses Jahr gab es bisher 86 Anfragen - aller­dings geht die Pilzschwemme meist erst ab Ende August richtig los.

Die Zahlen schwanken stark, je nachdem wie die Pilze in den Wäldern sprießen, erläu­terte Plenert. Sie mögen es vor allem feucht und warm. Deshalb gebe es in Jahren mit lang anhal­tender Trocken­heit meist weniger Notrufe wegen Pilzver­gif­tungen.

«Viele Pilzsammler kennen sich schlecht oder gar nicht mit Pilzen aus», erklärte die Ärztin zu den Gründen solcher Vergif­tungen. «Sie kennen oft nicht die exakten Merkmale der Pilze, die sie suchen möchten, und noch weniger die Merkmale giftiger Doppel­gänger.» Hinzu kämen Fehler bei Trans­port, Lagerung und Zuberei­tung von Pilzen.

Giftinformationszentrum zu Pilzen

Pilzberater in Thüringen