Zschopau bekommt den offiziellen Beinamen Motorradstadt

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Ab Freitag darf Zschopau ganz offiziell den Namenszusatz Motorradstadt tragen. Dann wird der Kommune auf dem Parkplatz des alten MZ-Werkes der Titel verliehen. Die Stadt hat dafür einen Motorradkorso vom Schloss Wildeck bis zur alten Fertigungsstätte der MZ-Motorräder geplant. Im Beisein von Innenminister Roland Wöller (CDU) soll danach das neue Ortseingangsschild enthüllt werden. In Zschopau beziehungsweise dem Nachbarort Hohndorf wurden von 1922 bis 2016 Motorräder gebaut.

Die Stadtverwaltung schaute im Zusammenhang mit der Verleihung etwas wehmütig auf glorreiche Zeiten zurück: „Es war der Takt der Motorräder, der fast 100 Jahre den unverwechselbaren Klang unserer Stadt bestimmte und ihre Identität prägte. Motorräder der Marken DKW und MZ und die auf ihnen errungenen unzähligen nationalen und internationalen Titel machten Zschopau weltweit bekannt. Wenn unsere Erinnerungen in diese Zeit zurückschweifen, so sind sie von Stolz erfüllt, auch wenn bei uns leider keine Motorräder mehr gefertigt werden. Diesen Verlust haben wir bis heute nicht verwunden, haben wir als Zschopauer doch nach wie vor Benzin im Blut.“

Die Rechtsgrundlage für solche Bezeichnungen liefert die Sächsische Gemeindeordnung. Demnach kann das Innenministerium auf Antrag von Gemeinden sogenannte sonstige Bezeichnungen verleihen, die auf der Geschichte oder der heutigen Eigenart beziehungsweise Bedeutung der Gemeinden beruhen, hieß es. Aktuell firmieren offiziell nur Freiberg als Universitätsstadt und Mittweida als Hochschulstadt. Nach Zschopau folgt drei Tage später Frankenberg als Garnisonsstadt. Diese Titel berechtigen die jeweiligen Städte, die Bezeichnung etwa auf dem Ortseingangsschild, auf amtlichen Schreiben oder im Dienstsiegel zu verwenden. (Mit dpa)