• Weihnachtsmarkt in Herrnhut (Foto: dpa)

    Weihnachtsmarkt in Herrnhut (Foto: dpa)

Wöller will weiter auf Weihnachtsmärkte

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Autor: dpa

Nach der Terrorattacke von Straßburg sieht Sachsens Innenminister Roland Wöller (CDU) keinen Anlass, Weihnachtsmärkte im Freistaat zu meiden. "Dieser Anschlag in Straßburg ist ein Anschlag auf uns alle und die freiheitliche und friedliche Art, in Europa zu leben. Gerade nach einer so schrecklichen Tat sollten wir uns nicht einschüchtern lassen und bewusst ein Zeichen gegen Angst, Hass und Gewalt setzen", sagte er am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur.

Die sächsischen Sicherheitsbehörden hätten die Situation noch einmal genauer geprüft und seien mit großer Wachsamkeit auf den Weihnachtsmärkten unterwegs."Die jeweiligen Polizeidirektionen bewerten die Sicherheitslage der Märkte in ihrer Region ohnehin fortlaufend", sagte Wöller. "Grundsätzlich gilt nach wie vor: Die Bedrohungslage in Deutschland und auch in Sachsen ist unverändert." Wegen ihrer oft zentralen Lage, dem hohem Besucheraufkommen, offenen Zugangsmöglichkeiten und der christlichen Symbolik bestehe für Weihnachtsmärkte eine besondere abstrakte Gefährdungslage. "Allerdings liegen der sächsischen Polizei derzeit keine Hinweise und Erkenntnisse vor, aus denen sich eine konkrete Gefährdung speziell für die Weihnachtsmärkte in Sachsen ergibt."

Wöller sprach von einem feigen Angriff in Straßburg. Mitten in der weihnachtlich geschmückten Innenstadt hatte am Dienstagabend ein Mann um sich geschossen. Mehrere Menschen wurden getötet und noch mehr verletzt. Die Polizei geht von Terror aus. "Der Anschlag zeigt einmal mehr, wie wichtig umfassende Sicherheitsvorkehrungen, insbesondere auf öffentlichen Straßen und Plätzen mit großen Menschenansammlungen wie den Weihnachtsmärkten sind. Er zeigt aber auch, dass es eine absolute Sicherheit nicht gibt."

Auch in Dresden, wo unter anderem der bekannte Striezelmarkt in der Weihnachtszeit tausende Besucher anlockt, halten Stadt und Polizei die Vorkehrungen für ausreichend. "Wir waren und sind in ständigem Kontakt mit der Polizei", sagte der Leiter des Amtes für Wirtschaftsförderung, Robert Franke, der dpa. Die Stadt habe bereits viel in die Sicherheit investiert. Auf dem Striezelmarkt hat die Polizei eine mobile Polizeiwache installiert, zudem sind Mitarbeiter eines privaten Sicherheitsdienstes und des Ordnungsamtes im Einsatz. Zudem sollen Betonelemente und mobile Fahrzeugsperren vor Attacken schützen. Die Gefährdungslage für die Dresdner Weihnachtsmärkte habe sich nach den Geschehnissen in Straßburg nicht geändert, betonte ein Sprecher der Polizeidirektion Dresden.

"Selbstredend sind alle Verantwortlichen und die Beamten vor Ort entsprechend sensibilisiert."Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) bekundete nach dem Anschlag seine Anteilnahme. "Dresden ist jetzt in Gedanken bei den Menschen in unserer französischen Partnerstadt Straßburg", sagte Hilbert. Er habe seinem französischen Amtskollegen Roland Ries ein Kondolenzschreiben geschickt. "Ich bin fassungslos über die schrecklichen Geschehnisse und verurteile die sinnlose Tat." Ähnlich wie in Dresden stehe in Straßburg der Dezember ganz im Zeichen der Advents- und Weihnachtsmärkte, viele Menschen seien auf den Straßen und Plätzen unterwegs. "Um so mehr ist der Angriff, der die friedliche Stimmung zerstört, zu verurteilen."