• Kapitän Brinkies hat den Fokus auf Klassenerhalt gestellt. © imago images/ picture point

    Kapitän Brinkies hat den Fokus auf Klassenerhalt gestellt. © imago images/ picture point

"Wir bleiben drin" - Brinkies schwört Zwickau auf Abstiegskampf ein

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Wie ernst die Lage beim FSV Zwickau ist, wird aus den Worten von Kapitän Johannes Brinkies deutlich. «Es geht in den verbleibenden elf Spielen darum, dass der Verein auch in Zukunft im deutschen Profifußball vertreten sein wird. Einzelne Schicksale müssen jetzt hinten anstehen. Dem Klassenerhalt ist alles unterzuordnen», sagte der 26 Jahre alte Torhüter im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur.

Als der sächsische Fußball-Drittligist im Herbst nach dem 13. Spieltag mit 19 Punkten auf dem achten Tabellenplatz rangierte, schien den Zwickauern noch ein entspannter Saisonverlauf bevorzustehen. Doch inzwischen hat sich das Blatt gewendet. «Unsere Situation ist nicht gut. Nach dem 27. Spieltag lügt die Tabelle nicht mehr», sagte Brinkies. Seine Mannschaft wurde in den vergangenen Wochen kontinuierlich nach unten durchgereicht. Erstmals seit zweieinhalb Jahren rangiert der FSV seit dem vergangenen Wochenende mit aktuell 32 Punkten wieder auf einem Abstiegsplatz.

«Wir haben zu viele Heimspiele verloren und auch auswärts einige Punkte leichtfertig liegen gelassen», nennt Brinkies zwei Gründe für den Absturz. «Ein Tor zu Hause muss auch mal für einen dreckigen 1:0-Sieg und zwei Auswärtstreffer mindestens für ein Unentschieden reichen», erklärte Brinkies und spielte damit auf die beiden jüngsten Niederlagen gegen Würzburg (1:2) und beim KFC Uerdingen (2:4) an.

In beiden Partien lagen die Sachsen in Führung, die aber jeweils verspielt wurde. Eine Entwicklung, die schon in der Phase vor der Winterpause zu erkennen war und die sich in diesem Kalenderjahr fortsetzt. «Die Alarmglocken sind bei mir schon länger an. Das Polster, das wir noch zur Winterpause hatten, ist weg», sagte Sportdirektor Toni Wachsmuth. Deshalb sei nach der Niederlage in Uerdingen «intern Tacheles geredet» worden, wie der 33-Jährige bestätigte. «Wir haben in den letzten Wochen nicht alles falsch gemacht, aber mir hat hin und wieder der letzte Wille gefehlt. Jeder muss wieder bereit sein, den Fehler des anderen auszubügeln. Wir können den Klassenerhalt nur als Team schaffen», betonte Wachsmuth.

Zwickaus Sportchef setzt in so einer bedrohlichen Situation auf Typen wie Brinkies. Der gebürtige Grevesmühlener sei ein «überragender Torwart und vorbildlicher Kapitän», sagte Wachsmuth. Ob Brinkies dem FSV über die laufende Saison hinaus erhalten bleibt, ist allerdings nicht nur vom Klassenverbleib abhängig. Sein Vertrag läuft am 30. Juni aus. Angesichts seiner größtenteils starken Leistungen dürfte Brinkies das Interesse anderer Clubs geweckt haben. «Wir haben Johannes schon letztes Jahr klar signalisiert, dass wir ihn unbedingt behalten möchten. Er kennt unseren Standpunkt, wir kennen seinen. Wir tauschen uns regelmäßig aus», äußerte Wachsmuth. 

Für Brinkies steht die persönliche Zukunft derzeit «ganz hinten an», wie Zwickaus Nummer eins betonte. «Der Abstiegskampf hat jetzt oberste Priorität. Ich bin weiterhin fest davon überzeugt, dass wir drin bleiben», sagte Brinkies. Auf das nächste Spiel muss der Keeper allerdings eine Weile warten. Der DFB verlegte am Mittwoch aufgrund des neuartigen Coronavirus die kommenden beiden Spieltage. Am kommenden Montag soll entschieden werden, wie es weitergeht. (dpa)