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Weihnachtsshopping: Sicherheit im Fokus

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Das Fest der Feste rückt näher, über die Hälfte aller Türchen sind bereits geöffnet. Für den Handel in Deutschland und der Region sowie zahlreiche Menschen ist das vor allem gleichbedeutend mit Endspurt auf der Geschenkejagd – aus dem gleichen Grund reiben sich aber auch die Kriminellen die Hände. Denn auf der Suche nach Passendem für unter den Weihnachtsbaum vergessen viele Verbraucher vollends die Sicherheit; mit teils dramatischen Folgen. Wer das vermeiden will, sollte den folgenden Sicherheitsratgeber nicht nur durchlesen, sondern seine sieben Tipps vor allem auch beherzigen.

1. Nicht auf vermeintliche Über-Schnäppchen hereinfallen

Geschenkekauf ist eine teure Angelegenheit. Im Schnitt geben die Deutschen in diesem Jahr pro Kopf 475 Euro aus, viele auch wesentlich mehr. Kein Wunder also, dass die meisten alle Möglichkeiten wahrnehmen wollen, um zu sparen.

Was man dabei jedoch keinesfalls tun sollte, ist, bei wirklich ungewöhnlich günstigen Internetangeboten, speziell Markenware, blind zuzuschlagen. Preisschwankungen/-nachlässe im Bereich einiger Prozente sind zwischen verschiedenen Anbietern normal. Alles, was einem jedoch sprichwörtlich die Kinnlade herabfallen lässt, sollte man eher argwöhnisch betrachten. Im besten Fall hat man es nur mit einem plagiierten Markenprodukt zu tun. Im schlimmsten Fall jedoch ist es ein Fake-Shop, der nur Zahlungsdaten abgreifen möchte.

2. Konto dauerhaft im Blick behalten


Die Zeiten, in denen wir nur mit Bargeld bezahlten, sind definitiv vorbei. EC- und Kreditkarte sind für die meisten Sachsen längst Standard. Konten bei einem oder gar mehreren Zahlungsdienstleistern (etwa PayPal) kommen immer häufiger hinzu.

Das Problem daran: Je mehr Zahlungsweisen man im Weihnachtsshopping nutzt, desto größer wird auch die Angriffsfläche für Kriminelle. Aus dem Grund sollte man während der hitzigsten Einkaufsphasen den Blick nie länger als ein, zwei Tage vom Girokonto abwenden, egal ob man dazu analoge Kontoauszüge bemüht oder digital auf seine Bankdaten zugreift.

Nur so lässt sich zeitnah aufdecken, falls es ungewöhnliche Kontobewegungen gibt oder gar Abbuchungen, die man selbst nicht veranlasst hat – und man kann sie rasch genug rückgängig machen. Nicht vergessen: sobald Geld auf einem Empfängerkonto gutgeschrieben wurde, ist es ungleich schwerer, diese Buchung rückgängig zu machen.

3. Unbedingte Vorsicht bei digitalen Rechnungen

Wenn man etwas online kauft, ist es normal, dass man beim Verkäufer seine E-Mail-Adresse angibt, um im Nachgang die Rechnung oder zumindest eine Bestellabrechnung zugesendet zu bekommen. Hierbei sollte man Ende 2019 ganz besondere Vorsicht walten lassen. Denn zu den aktuellen Digital-Angriffstaktiken von Kriminellen gehört es, den Mailverlauf auszulesen.

Erhält man beispielsweise eine Bestellbestätigung, wissen Cyberkriminelle, dass dieser höchstwahrscheinlich bald eine Rechnung folgt. Diese wird von den Hackern täuschend echt erstellt und zugesendet. Perfide: Dieses Dokument wirkt auf Virenprogramme und Firewalls „sauber“. Erst wenn es geöffnet wird, lädt es unerkannt aus dem Hintergrund Schadsoftware auf den Computer, mit der weiteres Übel (etwa Identitätsdiebstahl) angerichtet wird.

Der einzige halbwegs wirksame Schutz dagegen ist, Outlook so konfigurieren, dass es keinerlei externe Inhalte lädt. Noch sicherer: Auf die analoge Rechnung warten, die garantiert dem gelieferten Geschenk beiliegen wird.  

4. Öfter mal in die Stadt


Vom regionalen Einzelhandel wird allweihnachtlich beklagt, dass immer mehr Menschen den Geschenkekauf von der Bequemlichkeit ihres Zuhauses aus abwickeln. Mit mehr Sicherheit im Hinterkopf sollte man davon allerdings vielleicht in diesem Jahr öfter mal eine Ausnahme machen.

Denn: Was man vor Ort kauft, ist ein digitales Einfallstor weniger für Cyberkriminelle. Und klassische Diebstähle sind im Freistaat seit Jahren rückläufig. Der feierabendliche Gang durch die Einkaufspassage ist vielleicht etwas stressiger als die Shoppingtour auf dem Bildschirm, allerdings ist das Risiko, dabei zum zunächst unbemerkten Opfer einer Straftat zu werden, ungleich geringer.

Als Bonus gibt’s die Tatsache, dass man ein „offline“ erworbenes Geschenk direkt in den Händen hält, statt Daumen drücken zu müssen, dass es noch vor Weihnachten geliefert wird. Das gute Gewissen für die Unterstützung der lokalen Wirtschaft kommt kostenlos dazu.

5. Nur über sichere Netzwerke

Mittagspause. Man sitzt mit den Kollegen im Schnellrestaurant. Das bietet nicht nur Leckereien, sondern obendrein auch kostenloses, offenes WLAN. Da liegt es nahe, sich rasch damit zu verbinden, um sein mobiles Datenvolumen bei der Geschenkesuche zu schonen – das wird spätestens bei den anstehenden Weihnachts- und Neujahrsgrüßen noch genügend strapaziert werden.

Aus cybersicherheitstechnischer Sicht sind offene WLAN-Netzwerke jedoch nicht weniger als eine Katastrophe. Da gibt es so viele Möglichkeiten für Kriminelle, die zwischen Router und Endgerät laufenden Datenströme, etwa Kreditkartendaten oder eingegebene Passwörter, abzuschöpfen, dass man „offen“ eigentlich mit „unsicher“ übersetzen müsste.

Wenn schon Online-Weihnachtsshopping, dann bitte nur über mit sicheren Passwörtern versehene private WLAN-Netze zuhause oder bei Bekannten. Selbst das Arbeits-Netzwerk ist je nach Firmengröße schon zu unsicher. Wer dennoch unterwegs mobil shoppen muss, sollte es über die normale Handyverbindung tun, auch wenn das Datenvolumen auffrisst.

6. Nur bekannte Händler – direkt eingegeben


Die Zeiten, in denen sich gefälschte Webseiten rasch durch einfachste Aufmachung und schlechte Rechtschreibung verrieten, neigen sich leider dem Ende entgegen. Heutige Cyberkriminelle geben sich viel mehr Mühe, um gefälschte Shopseiten zu erstellen, die teils sogar Experten Schwierigkeiten beim Aufdecken bereiten.

Und: Sie schaffen es teilweise sogar, diese Seiten recht weit vorn in den Suchergebnissen zu positionieren. Dagegen sollte man sich unbedingt schützen; durch zwei verbundene Methoden:

  1. Nur die großen, bekannten Anbieter für die Geschenkesuche einbeziehen respektive solche Shops, die man bereits aus früheren Einkäufen kennt.
  2. Nicht über die Suchmaschine auf die Seite gehen, sondern die Adresse händisch im Browser eingeben – nach wie vor können Kriminelle damit Erfolge feiern, dass sie gefälschte Shops hinter einer nur leicht falsch geschriebenen URL verbergen.

Für letzteres kann man sich auch die Mühe machen, die Startseiten „seiner“ Shops als Lesezeichen im Browser zu speichern oder deren Adresse händisch niederzuschreiben.

7. Offline gerne in Bar

Diebstähle sind zwar im Freistaat rückläufig. Allerdings haben just in der Vorweihnachtszeit Taschendiebe dennoch gewisse Hochkonjunktur. Schon durch klassische Schutzmaßnahmen gegen die Diebe kann man sein persönliches Risiko massiv senken.

Allerdings: Noch besser und vor allem auf lange Sicht ungleich effektiver ist es, den Offline-Weihnachtseinkauf nur mit Bargeld im Portemonnaie anzugehen; das heißt, die Karten zwischen EC- und Kredit- im sicheren Zuhause (bitte nicht im Auto) zu belassen – dazu am besten auch noch alle anderen wichtigen Karten und Ausweise.  

Der naheliegendste Vorteil davon ist, eine enorm unangenehme Kaskade von Aufgaben im Fall eines Diebstahls umgehen zu können. Wird einem nämlich das normal-bestücke Portemonnaie entwendet (oder verliert man es schlicht), liegt folgendes an:

  • Alle Karten müssen sofort gesperrt werden.
  • Man muss zwingend zur Polizei, um bei Kartenmissbrauch eine rechtliche Handhabe, auch gegenüber der Bank, zu haben.
  • Man muss teils wochenlang auf neue Karten warten.
  • Bei Karten vom Arbeitgeber (etwa Zugangskarten) lauert mitunter weiterer Ärger, vielleicht sogar horrende Kosten.

Zieht man hingegen nur mit Bargeld und einem ansonsten leeren Portemonnaie los, ist man im Fall der Fälle auch „nur“ dessen Inhalt los. Ärgerlich zwar, aber wenigstens kann der Dieb/unehrliche Finder nicht mehr ausgeben als das. Netter Nebeneffekt: Bargeldkauf ist effektiver, um sich vor Kaufrausch zu schützen, weil man ungleich zur Kartenzahlung sehr genau sieht, was man ausgibt.