Ungewöhnliches Paar: Affe liebt Hirsch

Zuletzt aktualisiert:
  • Ein Makaken-Männchen sitzt auf dem Rücken einer Sikahirsch-Kuh. Foto: Alexandre Bonnefoy

Straß­burg (dpa) - Zeuge einer ungewöhn­li­chen Bezie­hung zwischen Affe und Hirsch sind Forscher in Japan geworden. Das Makaken-Männchen habe sich bis - wohl zur Ejaku­la­tion - am Rücken einer Sikahirsch-Kuh gerub­belt.

Das berichten die Wissen­schaftler in der Fachzeit­schrift «Primates». Demnach machte der Affe in zehn Sekunden etwa 15 Paarungs­be­we­gungen. Nach dem Akt sei zu beobachten gewesen, dass er andere Affen-Männchen von der Hirschkuh wegjagte. Zudem habe er später versucht, auch ein weiteres Sika-Weibchen zu besteigen, das ihn aller­dings abwehrte.

Paarungs­ver­halten zwischen so weit entfernten Arten ist den Forschern zufolge bislang nur selten wissen­schaft­lich dokumen­tiert worden - wenn, dann meist bei in Ge­fan­gen­schaft aufge­wach­senen Tieren. In freier Wildbahn sind sexuelle Übergriffe antark­ti­scher Seebären auf Königs­pin­guine beschrieben.

Die Szenen mit dem Japan­ma­kaken (Macaca fuscata) und den Sikahir­schen (Cervus nippon) wurden vom franzö­si­schen Forscher Alexandre Bonnefoy im November 2015 auf der japani­schen Insel Yakus­hima gefilmt. Dem Fachbei­trag zufolge sind die Tiere dort an die Anwesen­heit von Menschen gewöhnt. Die Autoren der Studie vermuten, dass der Hormonschub der auch als Schnee­affen bekannten Japan­ma­kaken in der Paarungs­zeit und das enge Zusam­men­leben mit den Hirschen zu dem ungewöhn­li­chen Sexual­ver­halten geführt haben könnten.

Die Hirsche fressen häufig die Pflan­zen­stücke, die die Makaken von Bäumen fallen lassen. Einige der Affen waren zuvor bereits beim Lausen der Hirsche und bei Versu­chen beobachtet worden, auf deren Rücken zu reiten - mit offenbar rein spiele­ri­schen Absichten aller­dings.

Link zur Studie

Video zur Szene

Studie zu Übergriffen von Seebären auf Königspinguine