• Solarheizung mittels Solarzellen auf dem Dach ist den meisten Sachsen ein Begriff. Aber auch andere regenerative Heizmethoden sind bei den Sachsen auf dem Vormarsch. fotolia.de © Marco2811

    Solarheizung mittels Solarzellen auf dem Dach ist den meisten Sachsen ein Begriff. Aber auch andere regenerative Heizmethoden sind bei den Sachsen auf dem Vormarsch. fotolia.de © Marco2811

Umweltfreundliches Heizen in Sachsen auf dem Vormarsch

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Sachsen – Der Umweltschutz scheint vielen Menschen in Sachsen am Herzen zu liegen: Gerade in Großstädten wie Dresden und Leipzig finden sich immer mehr Unverpackt-Läden, bei denen Konsumenten beim Einkauf ihren Teil zur verminderten Produktion von Plastikverpackungen und Kartonagen beitragen. Nicht ohne Grund schneidet Sachsen daher in bundesweiten Vergleichen zur jährlichen Müllproduktion immer wieder positiv ab.

Wem die Umwelt so sehr am Herzen liegt, der sollte auch in anderen Bereichen auf ihren Schutz achten. Dass die Sachsen dies auch in Bezug auf das Heizen nicht erst seit gestern tun, ist ein gutes Zeichen – und eine wunderbare Voraussetzung für die bevorstehende IFH/Intherm, die 2018 in Deutschland wichtigste Plattform für alle Unternehmen der SHK-Branche (Sanitär Heizung Klima), die Experten und Entscheider aus Handwerk, Industrie und Großhandel erreichen möchte.

Die IFH steht kurz bevor

In nicht einmal mehr einem Monat, am 10. April startet die viertägige IFH/Intherm, die wie ein Magnet auf die ganze SHK-Branche wirkt und auf der Besucher aus Industrie, Handel, Handwerk und wichtige Personen der Wohnungswirtschaft, Planer, Architekten, usw. zusammenkommen. Zwar findet die Messe leider in Nürnberg statt, der Fachverband SHK Sachsen fungiert jedoch als einer von fünf ideellen Trägern der Messe. Außerdem fungiert der Fachverband SHK Sachsen-Anhalt als Kooperationspartner.
Wer an allen aktuellsten Informationen über Produktneuheiten und wichtige Branchenthemen, oder am Austausch mit potenziellen Geschäftspartnern und am Kontakteknüpfen interessiert ist, kann das Tagesticket für die IFH/Intherm online kaufen oder sich als Mitglied an den Fachverband SHK Sachsen wenden, um das Ticket für 14 € vergünstigt zu bekommen.

Die IFH/Intherm informiert umfassend über Badausstattung und Sanitärtechnik, Energieeffizienz und Ressourcenschonung, Erneuerbare Energien, Trinkwasserbehandlung, Haus- und Gebäudeautomation, Klima- und Lüftungstechnik und Installationstechnik. Da auch einige sächsische Unternehmen der Branche teilnehmen und ihre modernen Lösungen und Produkte vorstellen werden, lohnt sich vor allem der Blick auf eine spezielle Sparte, die immer aktueller wird: das umweltfreundliche Heizen.

Umweltfreundliches Heizen wird auch Sachsen erobern

Das Heizen mit Öl und Gas erzeugt einen nicht unerheblichen Ausstoß an CO2. Dieses CO2 wiederum führt bei einer hohen Konzentration in der Atmosphäre zu einer dauerhaften weltweiten Klimaerwärmung, welche sich auf die Gesundheit und das natürliche Gleichgewicht der Umwelt auswirkt. Ein großer Teil der Wärmestrahlung, die von der Erde ausgeht, wird von der Treibhausgasschicht reflektiert. Wächst diese Schicht immer weiter, erwärmt sich das globale Klima auch immer stärker.

Obwohl also längst bekannt ist, dass nachhaltiges und umweltbewusstes Heizen mit Öl und Gas kaum möglich ist, werden auch in Sachsen die meisten Heizungen noch mit diesen Brennstoffen und den entsprechenden Brennwertgeräten betrieben. Glaubt man diversen Prognosen dürfte sich an dieser Tatsache zumindest bis 2030 auch kaum etwas ändern.

Doch ist der Austausch der Heizungsanlagen auch in Sachsen seit Längerem im Gange. Egal, ob es sich um eine Pelletheizung, eine Wärmepumpe oder das Heizen mit Erdwärme handelt – obwohl vergleichsweise immer noch viele Haushalte die Umweltfreundlichkeit ignorieren, sind die Zuwachsraten dennoch positiv. Und zukünftig werden sich Bio-Alternativen und regenerative Energieträger bei den Sachsen weiter durchsetzen – denn der Wechsel von fossilen Energieträgern auf umweltbewusste Alternativen lohnt sich oftmals auch in finanzieller Hinsicht. Gilt das aber auch für das vielfach angepriesene Bio-Öl.

Lohnt sich der Umstieg auf Bio-Öl für Sachsen?


Die Antwort, ob sich der Umstieg auf Bio-Öl für Sachsen lohnt, lautet: Jein. Denn Bio-Öl stellt im Vergleich die teuerste Heizölsorte dar. Es kostet durchschnittlich rund 7 Cent mehr, als herkömmliches Öl, was an den höheren Herstellungskosten sowie logistischen Parametern, wie gesondertem Transport und speziellen Lagerungsmethoden liegt. Außerdem weist normales Heizöl mit 9,8 kWh/ l im Vergleich zu etwa Erdgas (L-Gas) mit 8,80 kWh/m³ oder gar Holz mit 4,0 kWh/kg einen nicht ungünstigen Heizwert auf. Jener Heizwert bezeichnet die Wärmemenge, die bei der Verbrennung eines Kubikmeters Gas freigesetzt wird. Es verwundert also nicht, dass herkömmliches Heizöl noch immer flächendeckend und bevorzugt genutzt wird.

Allerdings liegen die aktuellen Preise für herkömmliches Heizöl mit 59,99 € pro 100 Liter inkl. MwSt. bei 3000 Liter Abnahme für Leipzig und 59,63 € für Dresden (Stand: 14.03.2018) im deutschlandweiten Vergleich auch eher im oberen Mittelfeld, wenn nicht gar noch ungünstiger. Der Schritt zum Bio-Öl also ist im Grunde gar nicht mehr so enorm. Zumindest sollte es auch für Sachsen kein Argument sein, sich lediglich aufgrund des Preises vom Bio-Öl fernzuhalten. Denn der Vorteil für die Umwelt ist beachtlich:

Schwefelarmes Bio-Heizöl gilt deshalb als „Bio“, weil ihm eine gewisse Menge Flüssigbrennstoff aus nachwachsenden Rohstoffen beigemengt ist. Dieser Anteil lässt sich an der Produktbezeichnung ablesen. So bedeutet etwa Bio10 einen Bioanteil im Öl von etwa 10 %, womit sich die negativen Auswirkungen des CO2-Ausstoßes bei der Verbrennung um knapp 10 Prozent reduzieren. Da allerdings auch bei der Produktion der nachwachsenden Rohstoffe ein geringer CO2-Wert anfällt, kann nicht davon ausgegangen werden, dass es tatsächlich ganze 10 % an Einsparungen sind.

Immer beliebter in Sachsen: Heizen mit Erdwärme

Eine der besten Alternativen für das Heizen mit Öl und Gas und auch für das Heizen mit Bio-Öl stellt das Heizen mit Erdwärme dar. Dabei wird mit einer Kombination diverser Technologien, wie Erdwärmesonden, Erdwärmekollektoren und Wärmepumpen geheizt. Die Sonden und Kollektoren gewinnen die Energie zum Heizen aus dem Erdreich. Sie werden dazu in Rohrform und gefüllt mit Frostschutzmittel im Erdreich installiert. Die Wärmepumpe wiederum entzieht der Flüssigkeit in den Kollektoren die Wärme und kann mittels Kompression ein bedeutend höheres Temperaturvolumen erzielen. So kann die Wärme anschließend entweder in Form von Warmwasser bereitstehen oder als Heizstoff an die Fußbodenheizung geleitet werden.

Die Umstellung auf eine Erdwärmeanlage oder auch die Installation beim Neubau sind noch einmal teurer als die Umstellung auf Bio-Öl. Dennoch lohnt sich die Umstellung gerade längerfristig trotzdem. Denn die Verbrauchskosten einer Erdwärmeanlage sind in der Regel gering und die Wärme aus der Erde steht allen Menschen kostenlos zur Verfügung. Damit die Wärme aus der Erde aber im besten Fall sogar ganze 75 % des Bedarfs für das Warmwasser und die Heizung liefern kann, muss das Haus gut gedämmt sein, da sonst Wärme entweicht und die Anlage nicht umweltschonend wirken kann.

Einige Häuser in Sachsen scheinen dafür aber die besten Voraussetzungen zu bieten und von umweltbewussten Haushalten geführt zu werden. Denn bereits im November 2015 betonte Thomas Schmidt, der sächsische Staatsminister für Umwelt und Landwirtschaft, die Bedeutung der Geothermie für den Energiesektor in Sachsen: „Es gibt mittlerweile 12200 Erdwärmeanlagen in Sachsen. Damit hat sich die Zahl der Anlagen seit 2005 mehr als vervierfacht. In den vergangenen beiden Jahren sind rund 1400 Erdwärmeanlagen hinzugekommen. Die Nutzung von Erdwärme hat sich in den zurückliegenden Jahren zu einer festen Größe im Energiemarkt entwickelt. Viele Sachsen heizen ihre Häuser heute ganz selbstverständlich mit Erdwärme.“

Weitere regenerative Heizmethoden, die Sachsen erobern werden

Auch andere regenerative Heizmethoden sind in Leipzig und Dresden auf dem Vormarsch. Die wichtigsten davon sollen in einem kurzen Überblick erläutert werden:

•    Das solarthermische Heizen:

Das Heizen mit Sonne als Wärmequelle ist auch für viele Sachsen keine neue Sache mehr und ein Trend, der anhält und in den kommenden Monaten vermutlich weiter wachsen wird. Es wird beim solarthermischen Heizen zwischen aktiven und passiven Heizungsformen unterschieden. Die aktive Heizungsform ist die bekannteste, bei welcher Kollektoren – die Solarzellen – die Wärme aus den Sonnenstrahlen aufnehmen und an Flüssigkeiten in den diversen Leitungen abgeben. Bei der passiven Solartechnik werden opake Fläche, wie die Fenster, so ausgerichtet, dass bauphysikalisch über das Jahr hinweg mit einem Wärmeertrag zu rechnen ist, der höher ist als der Verlust durch geringere Dämmwirkung.

•    Das Heizen mit Holz:

Auch das Heizen mit Holz wird in Sachsen immer beliebter. Das liegt auch daran, dass Einzelöfen bei der Inneneinrichtung ein immer beliebterer Hingucker werden und viele dieser Öfen inzwischen recht erschwinglich sind. Es wird manuell mit Holz oder wahlweise auch mit Holzpellets geheizt, die in Kesseln und Transportsystemen als Brennstoff dienen. Im Unterschied zum Heizen mit Holz im Ofen werden bei der Pelletheizung die Brennstoffe mittels Förderschnecke oder Unterdruck dem Kessel zugeführt, sodass die Betreiber nicht immer manuell nachlegen müssen.

•    Das Heizen mit Blockheizkraftwerken:

Beim Heizen mit Blockheizkraftwerken wird mittels fossiler sowie regenerativer Brennstoffe in einem eigenen kleinen Kraftwerk, das sich für gewöhnlich im Keller installieren lässt, gleichzeitig Wärme sowie Strom erzeugt. Gerade für neu gebaute Häuser in Sachsen oder für Haushalte, die ihre gesamte Wärme- und Energieversorgung auf eine modernere, nachhaltige und neuere Technik umstellen möchten, lohnen sich die Blockheizkraftwerke.