Übersterblichkeit in Sachsen und Thüringen klar über dem Durchschnitt

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Sachsen und Thüringen haben nach einem Bericht des Dresdner Ifo-Instituts im zweiten Halbjahr 2021 eine deutliche Übersterblichkeit verzeichnet. In beiden Bundesländern gab es rund 13 Prozent mehr Todesfälle, als aufgrund der Altersstruktur zu erwarten gewesen wäre, teilte das Institut am Mittwoch in Dresden mit.

"Es fällt auf, dass die Übersterblichkeit im zweiten Halbjahr 2021 umso niedriger ausfällt, je höher die Impfquote in einem Bundesland war", erklärte der Dresdner Ifo-Leiter Marcel Thum und brachte damit die Corona-Pandemie als Ursache ins Spiel. Sachsen hat mit 64,6 Prozent bundesweit die niedrigste Impfquote bei der Grundimmunisierung, in Thüringen liegt der Wert bei 70,4 Prozent.

Der Untersuchung des Instituts liege eine Sonderauswertung des Statistischen Bundesamtes zu Sterbefällen zugrunde, hieß es. Auf Basis der alters- und geschlechtsspezifischen Todesfälle in den einzelnen Bundesländern der Jahre 2016 bis 2019 seien die zu erwartenden Sterbefälle in einer Normallage der Jahre 2020 und 2021 berechnet worden. Traten mehr Todesfälle auf, lag im jeweiligen Bundesland eine Übersterblichkeit vor.

"Als Untersuchungszeitraum wurde das zweite Halbjahr 2021 gewählt, weil ab dem Sommer jeder, der sich impfen lassen wollte, zumindest eine Erstimpfung gegen das Coronavirus erhalten konnte", teilte das Institut mit. "Vom zweiten bis vierten Quartal 2020, als es noch keine Impfung gab, hatte zwar Sachsen eine deutliche Übersterblichkeit. Die anderen Bundesländer unterschieden sich jedoch nicht deutlich voneinander", hieß es weiter. (dpa)