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Tourismus: Wie Urlaub in Sachsen 2020 aussehen könnte – und danach

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Der Tourismus spielt in Sachsen wirtschaftlich eine wichtige Rolle. So wurde im Jahr 2018 mit fast 1,75 Milliarden Euro ein neuer Höchststand erreicht, wenn es um die Bruttowertschöpfung im sächsischen Gastgewerbe geht. Damit war das Bundesland zu rund vier Prozent am bundesdeutschen Ergebnis beteiligt, so die Zahlen der amtlichen Statistik. Die meisten Touristen kommen demnach aus dem Inland sowie aus Österreich, Schweiz, den Niederlanden und Polen. Das beliebteste Reiseziel im Land ist die Sächsische Schweiz. Allerdings sieht sich die Branche im Jahr 2020 mit besonderen Herausforderungen konfrontiert.

In den vergangenen Jahren sind die Besucherzahlen und damit auch die Umsätze im Tourismussektor kontinuierlich gestiegen, was die Erhebungen des Statistischen Landesamtes belegen. 2020 wird dieser Trend aller Wahrscheinlichkeit nach unterbrochen. Die gesamte Branche muss sich der aktuellen Situation stellen und neue Lösungen finden.  

Neustart für den sächsischen Tourismus

Die COVID-19-Pandemie hat nicht nur in Sachsen dazu geführt, dass Gastronomie- und Hotelleriebetriebe für mehrere Monate schließen mussten – mit wenigen Ausnahmen für Geschäftskunden. Das bedeutet hohe Umsatzeinbußen, die für viele Unternehmen existenzgefährdend sind. Zwar gibt es nun erste Lockerungen, dennoch kehrt vorerst keine Normalität im sächsischen Tourismus ein.

Stattdessen musste sich der Tourismusverband vor dem „Neustart“ darüber Gedanken machen, unter welchen Voraussetzungen dieser möglich ist und wie der Tourismus im Bundesland im Rest der Saison 2020 sowie eventuell auch in den Folgejahren aussehen könnte. Hierzu hat er am 4. Mai 2020 ein Konzept vorgelegt, dessen Inhalt wie folgt lautet:

  • Zunächst sollen Einrichtungen unter freiem Himmel geöffnet werden. Dabei handelt es sich beispielsweise um Herbergen mit Selbstversorgungsmöglichkeiten oder Campingplätze.
  • Zu Beginn wird es zudem Besuchergrenzen und weitere Beschränkungen wie eine strenge Abstandsregelung geben.
  • Weiterhin wird das Hygienekonzept ausgeweitet.

Dennoch betont der Tourismusverband, dass höchste Hygienestandards seit jeher zum Tourismus und der Gastronomie gehören. Gerade deshalb sei die Branche hervorragend für eine Wiedereröffnung gerüstet. Viele Betriebe handeln zudem eigeninitiativ, sprich sie haben zusätzliche Maßnahmen ergriffen, um ihren Besuchern ein Höchstmaß an Sicherheit zu bieten. Das gilt für große Luxushotels ebenso wie für kleine Herbergen oder Hostels.

Möglich und gängig sind dabei verschiedene Maßnahmen wie zum Beispiel eine Wand aus Plexiglas an der Rezeption oder das Anbringen von Desinfektionsspendern. Zudem gibt es einige Bereiche, die vorerst geschlossen bleiben, was für die Kinderspielbereiche oder auch die Gästeküchen gilt. Für die Touristen, die nach Sachsen reisen möchten, ist es daher umso wichtiger, sich vorab im Detail zu informieren und natürlich entsprechende Regelungen auch einzuhalten.


Weitere Besonderheiten im Jahr 2020

Doch nicht nur hinsichtlich der Hygienestandards und Abstandsregelungen wird es im Jahr 2020 Veränderungen im sächsischen Tourismus geben. Die weltweite Reisewarnung führt auch dazu, dass viele deutsche sowie europäische Urlauber ihre Pläne für den Sommer gerändert haben.

Schon seit Längerem lassen sich zwei Trends in der Bevölkerung beobachten: So verreisen immer mehr Deutsche bevorzugt im eigenen Land und das Camping erfreut sich steigender Beliebtheit. Diese Trends werden nun durch die Krise befeuert.

Das Jahr 2020 wird daher einige Besonderheiten mit sich bringen und auch langfristig sind beim Tourismus (nicht nur) in Sachsen einige Veränderungen zu erwarten. Das liegt beispielsweise an gesellschaftlichen Entwicklungen, aber auch am Klimawandel, der Globalisierung und weiteren Faktoren. Es lohnt sich daher ein genauerer Blick auf die Frage, wie der Tourismus in Sachsen im Jahr 2020 aussehen könnte – und in den Jahren danach.

Camping unter Deutschen immer beliebter

Noch sind die sächsischen Campingplätze zwar für touristische Camper geschlossen, doch Dauercamper dürfen bereits seit dem 22. April ihre Stellplätze wieder nutzen. Dabei handelt es sich um all jene Camper, welche ihren Erstwohnsitz auf einem Campingplatz angemeldet haben.

Auch hier gelten jedoch noch gesonderte Hygienemaßnahmen. Dennoch ist absehbar, dass auch Touristen bald wieder zum Camping nach Sachsen kommen dürfen. Wie bereits erwähnt, erfreut sich das Camping bereits seit einigen Jahren steigender Beliebtheit, was nicht nur für das Bundesland, sondern für ganz Deutschland gilt.

So ist allein im Jahr 2018 die Zahl der Übernachtungen auf Campingplätzen deutschlandweit um 11,3 Prozent gestiegen. Es kann somit von einem regelrechten Boom gesprochen werden und dieser Trend wird laut Experten noch einige Jahre anhalten. Gerade angesichts der strengeren Hygieneregeln, bietet das Camping unter freiem Himmel schließlich zahlreiche Vorteile.

Doch dies ist längst nicht der einzige Grund, weshalb das Camping derzeit wieder so beliebt ist, was sowohl für das Zelten als auch für Wohnmobile, Kastenwagen, Lodgezelte, Mobilheime oder das luxuriösere Glamping gilt. Weitere Ursachen für den Boom sind zum Beispiel:

  • Flexibilität: Viele, vor allem junge, Urlauber haben das Camping für sich entdeckt, weil es ihnen ein Maximum an Flexibilität bietet. Das gilt sowohl zeitlich als auch örtlich. Vor allem abseits der Hochsaison ist es somit möglich, einfach spontan in das Campingmobil zu steigen und einen kürzeren oder längeren Urlaub zu machen. Das Reiseziel kann dabei frei gewählt werden. Wo es schön ist, können die Camper verweilen, wo es ihnen weniger gut gefällt hingegen einfach weiterfahren und auch kurzfristige Änderungen der Route sind kein Problem. Zwar ist das Wildcamping nur in besonderen Fällen erlaubt, doch wer nicht gerade in der Hauptsaison reist, findet beinahe immer noch einen Stellplatz für die Nacht.
  • Freiheit: Diese Möglichkeit zur Spontanität sorgt bei den Reisenden für ein Gefühl von Freiheit sowie Unabhängigkeit. Ein Gefühl, das viele Menschen der jungen Generationen Y und Z in ihrem Alltag vermissen. Sie fühlen sich oftmals eingeengt zwischen Termindruck, Arbeitgeber und familiären Verpflichtungen. Das Camping ist für sie somit eine Möglichkeit, um dem Alltag zu entfliehen und zumindest zeitweise in Selbstbestimmung zu leben. Es stellt daher für viele Personen mehr als nur eine Urlaubsart dar und hat sich regelrecht zu einem „Lifestyle“ entwickelt.
  • Haustiere: Eine gewisse Freiheit genießen Camper auch, wenn es darum geht, mit wem sie reisen möchten. Kinder haben in der Regel viel Freude am Zelten, wodurch es sich um einen perfekten Familienurlaub handelt. Aber auch Haustiere können problemlos mitgenommen werden. Vor allem das Reisen mit Hund ist beliebt, da so keine Betreuung für das Tier organisiert werden muss und der Vierbeiner nicht von seinem „Rudel“ getrennt wird. In vielen Hotels und Unterkünften sind Hunde aber nicht erlaubt. Ein Problem, das es beim Camping nicht zu befürchten gibt, denn in der Regel sind die Vierbeiner auf den Campingplätzen willkommen und auch das Mitfahren im Wohnmobil, Mitwandern in der Sächsischen Schweiz und weitere Unternehmungen sind für die Haustiere eine schöne Erfahrung – oder zumindest weniger Stress als die Trennung von ihrer Familie.
  • Kosten: Ein weiterer wichtiger Punkt sind beim Camping die Kosten. Natürlich gibt es auch teurere Varianten, die dementsprechend mehr Luxus versprechen, beispielsweise das Glamping oder ein vollintegriertes Wohnmobil. Doch es gibt auch viele Möglichkeiten, um einen günstigen Urlaub auf dem Campingplatz zu verbringen. Dabei handelt es sich beispielsweise um das klassische Zelten, den umgebauten Kastenwagen oder andere „günstige“ Campingmobile, die immer häufiger auf den sächsischen Straßen zu sehen sind. Je nach persönlichem Budget sowie Geschmack, bietet das Camping also vielfältige Möglichkeiten.
  • Nachhaltigkeit: Zuletzt spielt auch die Nachhaltigkeit eine wichtige Rolle, weshalb Camping derzeit so beliebt ist. Denn das Umweltbewusstsein der Bevölkerung steigt durch den Klimawandel stetig an und somit verändern sich auch ihre Reisegewohnheiten. Das Camping gilt dabei als nachhaltige Alternative zur Fernreise, denn vor allem das Fliegen generiert große Mengen an Emissionen. Das Zelten oder Verreisen mit kleinen Campingfahrzeugen, die wenig Sprit verbrauchen, wird daher im Jahr 2020 sowie in den kommenden Jahren nicht nur in Sachsen ein Trend sein.

Die Wahrscheinlichkeit ist also groß, dass in Sachsen schon bald nicht nur die Dauercamper, sondern auch die Touristen auf die Campingplätze zurückkehren. Eines der beliebtesten Reiseziele wird dabei mit großer Wahrscheinlichkeit weiterhin die Sächsische Schweiz.


„Green Travel“ für Reisende zunehmend wichtig

Mit der Nachhaltigkeit ist bereits ein wichtiges Stichwort gefallen. Ein weiterer Trend, der sich in der sächsischen Reisebranche abzeichnet, ist nämlich auch „Green Travel“, also die „grüne Reise“ – und das gilt längst nicht nur für das Camping. Bei anderen Urlaubsarten spielt die Nachhaltigkeit ebenfalls eine immer wichtigere Rolle, wobei Sachsen eine beliebte Destination darstellt:

  • Wellness-Urlaub
  • Aktivurlaub
  • Städtereisen

Die Touristen suchen ihr Reiseziel also nicht mehr nur danach aus, welche Aktivitäten vor Ort möglich sind oder welche Highlights ihnen geboten werden. Sogar der Preis ist nicht mehr die wichtigste Entscheidungsgrundlage. Vielmehr steht die Frage im Vordergrund, wie ein möglichst schöner Urlaub möglichst umweltfreundlich stattfinden kann.

Viele Touristen sind demnach bereit, etwas tiefer in den Geldbeutel zu greifen, wenn sie dafür ein reines ökologisches Gewissen haben können. Sie bevorzugen Hotels oder andere Unterkünfte, die explizit nachhaltig sind, aber auch entsprechende Unternehmungen wie das Wandern oder Bio-Restaurants.

„Grüne“ Strategie der Region Sachsen

Dass sich dieser Trend in der sächsischen Tourismusbranche zunehmend widerspiegelt, zeigt die offizielle Tourismusstrategie des Landes, welche nicht nur im Jahr 2020, sondern auch darüber hinaus die Richtung vorgeben soll. Sie besagt, dass es bis zum Jahr 2025 eine Ausrichtung auf die Nachhaltigkeit geben wird.

Das bedeutet einerseits, dass der Freistaat Sachsen auf Landesebene die „Neuauflage der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie“ umsetzen wird, welche auf der Agenda 2030 der Vereinten Nationen aus dem Jahr 2015 beruht. Andererseits hat sich Sachsen eigene Nachhaltigkeitsziele gesetzt, die den Tourismus ebenso betreffen wie die Umwelt, den Naturschutz und die Wirtschaft.

Es ist also aus ökonomischer Perspektive attraktiv, den Trend zur Nachhaltigkeit mitzugehen. Vor allem bei Reisezielen wie der Sächsischen Schweiz, ist das jedoch auch schlichtweg unverzichtbar, um eine Zerstörung der Natur zu verhindern und somit langfristig eine attraktive Destination für Touristen zu bleiben.

Sächsische Schweiz baut „sanften“ Tourismus aus

Der sogenannte „sanfte“ Tourismus wird daher in Sachsen eine zunehmend wichtige Rolle spielen, sowohl im Jahr 2020 als auch darüber hinaus. Die Sächsische Schweiz steht dabei im Mittelpunkt. Die Nachhaltigkeitsstrategie des Tourismusverbandes Sächsische Schweiz legt dafür die Richtlinien fest.

Der Tourismus in Sachsen könnte demnach zumindest in dieser Region zukünftig so aussehen, dass die Reisenden in nachhaltigen Unterkünften übernachten, umweltfreundliche Transportmittel zur Verfügung haben, um beispielsweise zum Ausgangspunkt für ihre Wanderungen zu kommen, oder durch moderne Kommunikationsmaßnahmen zum verantwortungsvollen Umgang mit der Natur ermutigt werden. So soll die Sächsische Schweiz eine „Qualitätsregion“ bleiben, in welche die gesamte Servicekette für Reisende nachhaltig gestaltet ist. Voraussichtlich wird sich dieser Trend in den kommenden Jahren aber zunehmend auch über weitere Reiseziele in Sachsen ausdehnen.

Touristen suchen Aktivurlaub und Nähe zur Natur

Dass sich vor allem die Sächsische Schweiz als Reiseziel so großer Beliebtheit erfreut, liegt unter anderem daran, dass der Aktivurlaub beziehungsweise der Urlaub in der Natur einen weiteren aktuellen Trend darstellt. Das erklärt zugleich den Camping-Boom, betrifft aber ebenso Wanderurlaube, Fahrradtouren oder auch den Urlaub auf dem Bauernhof – um nur einige von vielen weiteren Beispielen zu nennen.
Von Familien mit Kindern über junge Paare bis hin zu Senioren lässt sich diese Präferenz derzeit in allen Altersklassen beobachten. In zahlreichen Fällen spielt dabei die Nachhaltigkeit eine wichtige Rolle. Doch viele Reisende sehen darin auch eine Rückbesinnung auf das wirklich Wichtige im Leben. Denn ihr Alltag ist oftmals geprägt von digitalen Medien und Materialismus. In Großstädten fehlt zugleich die Natur als Ausgleich, um beispielsweise entspannen zu können oder einfach mit den Kindern auf Bäume zu klettern.

Doch, dass die Natur nicht nur dem Körper, sondern auch der Seele guttut, rückt zunehmend ins Bewusstsein der Gesellschaft. Und wo dafür im Alltag keine Möglichkeit besteht oder zu wenig Zeit ist, versuchen die Betroffenen eben in ihrem Urlaub so viel Nähe zur Natur wie möglich zu erleben.

Simultan steigt das Gesundheitsbewusstsein, denn auch im Urlaub ist es wichtig, sich körperlich zu bewegen. Das Wandern, das Fahrradfahren, das Reiten oder sogar das Angeln sind daher beliebte Urlaubsaktivitäten, welche derzeit auch von den jungen Generationen wiederentdeckt werden – obwohl sie lange Zeit das Image als „altbacken“ genossen, ebenso wie das Camping.

Der Trend geht also zum Minimalismus, teilweise sogar in seiner Extremform als „Survival-Urlaub“, welcher jedoch aufgrund des Wildcamping-Verbots in Sachsen nur bedingt möglich ist. Dennoch sind es eben gerade Reiseziele wie die Sächsische Schweiz, die in diesem Zuge wieder an Beliebtheit gewinnen und vermehrt auch junge Alleinreisende, Paare oder Familien anlocken.


Reisen im eigenen Land nehmen zu

Es sind also vor allem die Reiseziele in der Natur, welche Sachsen bietet, die in den kommenden Jahren voraussichtlich mit steigenden Touristenzahlen rechnen können. Dazu gehört natürlich die Sächsische Schweiz im Elbsandsteingebirge, aber das Bundesland hat diesbezüglich noch viel mehr zu bieten, zum Beispiel das Vogtland oder das Osterzgebirge.

Das bedeutet jedoch nicht, dass städtische Reiseziele wie Dresden, Leipzig oder Chemnitz mit sinkender Beliebtheit konfrontiert werden. Denn Reisen im eigenen Land liegen allgemein im Trend, was auch für solche Destinationen oder andere Urlaubsarten gilt, sei es der Wellness-Urlaub, Badeurlaub, romantische Urlaub und so weiter. Das hat verschiedene Ursachen. Einerseits spielt das bereits erwähnte gestiegene Umweltbewusstsein eine Rolle. Andererseits wird die aktuelle Krise den Trend im Jahr 2020 noch verstärken – eventuell sogar darüber hinaus. Denn Urlaub im Ausland ist in diesem Sommer vielerorts voraussichtlich nicht möglich.

Vor allem weite Fernreisen werden also im Jahr 2020 mit großer Wahrscheinlichkeit nicht oder nur kaum getätigt. Da die meisten Menschen aber während ihres Jahresurlaubs nicht zuhause bleiben möchten, setzen sie auf Alternativen wie eben den Urlaub im eigenen Land. Dieser paart sich mit weiteren Trends, beispielsweise eben dem Camping, dem Aktivurlaub oder auch „Slow Travel“.

Im Jahr 2020 wird langsam gereist

Wie an dieser Stelle bereits erkennbar ist, gehen viele Reisetrends der vergangenen sowie kommenden Jahre Hand in Hand. Das gilt auch für „Slow Travel“, sprich mittlerweile wird bevorzugt langsam gereist. Immer mehr Urlauber setzen beispielsweise auf das Fahrrad als Fortbewegungsmittel oder gehen sogar zu Fuß. Das ist nicht nur nachhaltig, sondern spart auch noch Geld und lässt die Touristen möglichst viel von der Umgebung entdecken. Der Weg ist das Ziel, lautet sozusagen das Motto.

Es geht dann weniger darum, einen Urlaubsort zu erreichen, als um die Reise an sich und das „Hopping“ von einer Unterkunft zur nächsten. Gerne werden dabei verschiedene Destinationen miteinander verbunden, in Sachsen ist dabei eine Tour über Dresden in die Sächsische Schweiz sehr beliebt, manchmal sogar verbunden mit einem Abstecher durch das Vogtland.

Individualreisen auch in Sachsen im Kommen

Pauschalreisen sind hingegen aus der Mode gekommen, was für Reiseveranstalter eine zusätzliche Umstellung bedeutet. Denn immer mehr Touristen möchten in Sachsen eine Individualreise unternehmen, sprich selbst bestimmen, wann sie wohin gehen, wo sie schlafen oder was sie unternehmen.

Die meisten Urlauber nehmen die Organisation sogar in die eigene Hand, vor allem Deutsche, die Urlaub im eigenen Land machen. Schließlich müssen sie hier keine Sprach- oder anderen Barrieren befürchten und können vor allem abseits der Hauptsaison vergleichsweise spontane Entscheidungen treffen.

Reisen werden tendenziell kürzer

Zuletzt will noch ein im wahrsten Sinne des Wortes kleiner Trend Erwähnung finden, und zwar die sogenannten„Micro-Reisen“. Denn vor allem im eigenen Land, wo die Reisewege kurz sind, tendieren die Touristen im Jahr 2020 sowie in den kommenden Jahren zu mehreren kleinen Reisen anstelle einer langen Fernreise. Sie machen also mehrere Wochenendtrips oder bleiben nur für vier Übernachtungen.
Dadurch lässt sich Geld sparen und es sind mehrere kurze Auszeiten vom Alltag pro Jahr möglich, anstatt nur eine lange. Auch darauf müssen sich die Hotellerie sowie Gastronomie in Sachsen daher mit großer Wahrscheinlichkeit einstellen.

Fazit

Die sächsische Tourismusbranche befindet sich derzeit in einem umfassenden Umbruch. Viele verschiedene Entwicklungen führen dazu, dass die Menschen im Jahr 2020 sowie darüber hinaus „anders“ reisen als noch vor wenigen Jahren. Für Reiseziele wie den Freistaat Sachsen ist das aber prinzipiell eine gute Nachricht, denn vor allem Destinationen in Deutschland sowie für einen Aktivurlaub wie die Sächsische Schweiz gewinnen an Beliebtheit.

Befeuert werden viele dieser Trends zusätzlich durch die aktuelle Corona-Krise, sodass der Urlaub in Sachsen im aktuellen Jahr für die Touristen sowie Anbieter gleichermaßen einige Neuerungen mit sich bringen wird. Alles in allem, lässt sich aber mit einer optimistischen Prognose abschließen.