• Die SPD-Direktkandidatin Gundula Schubert, die ehemalige Oberbürgermeisterin Pia Findeiß und der SPD-Chef Norbert Walter-Borjans am Gedenkort für die Opfer des NSU im Gespräch

SPD-Chef: „Ich nehme ein ganz anderes Bild von Zwickau mit“

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Norbert Walter-Borjans war in dieser Woche zum ersten Mal in Zwickau. Der SPD-Vorsitzende stammt aus Köln, einer Stadt, die vom NSU-Terror heimgesucht wurde. Am Donnerstagvormittag besuchte er den Gedenkort für die NSU-Opfer am Schwanenteich. An diese Verbrechen zu erinnern, gerade in Zwickau, bezeichnete Norbert Walter-Borjans anschließend als große Tat.

Schon in seiner kurzen Rede sprach der SPD-Chef davon, dass der Gedenkort ein anderes Bild von Zwickau vermittelt. Es sei furchtbar, wenn Städte mit Untaten verbunden werden, sagte er uns im Interview. Wenn die umgekehrt deutlich machen, wie sie sich für Demokratie, Offenheit und Toleranz einsetzen, dann sei das für die Menschen in der Stadt eine Erleichterung und Unterstützung: „Ich nehme ein ganz anderes Bild von Zwickau mit – baulich, aber auch von dem demokratischen Geist, der hier ist.“

Weiter begrüßte Norbert Walter-Borjans die Nähe zum Denkmal für die Opfer des Nationalsozialismus am Schwanenteich. Er zitierte Brecht: „Der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem das kroch.“ Das Gedankengut sei nicht weg, sagte er. Erinnerung und Wachsamkeit seien wichtig. „Dass das seine Fortsetzung im Erinnern findet, dadurch, dass hier die Bäume für die Opfer des NSU gepflanzt worden sind, finde ich, ist eine wunderbare Verbindung“, so der SPD-Vorsitzende im Interview.

Audio:

Norbert Walter-Borjans zum Zwickauer Gedenkort für die NSU-Opfer: