• Bundeswehrsoldaten helfen bei Kontaktermittlung im Kreis Görlitz. Foto: kmk

Schwere Corona-Fälle im Kreis Görlitz nehmen zu

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Der Landkreis Görlitz ist im Krisenmodus. Es gibt derzeit nur ein Wort: Corona. Die Kreiskarte ist rot eingefärbt – und das seit dem 18. Oktober schon.  Der Sieben-Tage-Wert liegt seitdem weit über 50 – und er steigt und steigt.  Mittlerweile hat das Robert-Koch-Institut auch reagiert. Nach über einer Woche stufte das RKI heute den Kreis Görlitz als Risikogebiet ein.

 Für den Görlitzer Landrat war es ein schwarzer Freitag in der vergangenen Woche. Vier Verletzte durch ausströmendes Gas in einem Gewächshaus in Boxberg, ein Großbrand in Niesky und die rasant steigenden Corona-Infektionszahlen. 118 wurden am Samstag gemeldet. Der Sieben-Tage-Wert  liegt schnellte auf 133. Hat der Landkreis die Lage noch im Griff? "Ich denke, dass wir die Lage mit Hilfe der Bundeswehr und des Deutschen Roten Kreuzes in Griff bekommen. Wir werden uns gegebenenfalls weiter strukturell anpassen."

Bundeswehr hilft bis Ende November bei Kontaktermittlung

 Ein großes Problem ist weiterhin die Kontaktermittlung. Das Landratsamt hat deshalb personell aufgestockt und sich Hilfe geholt . 20 Bundeswehrsoldaten sind seit vergangenem Samstag an den Telefonen in der Kreisverwaltung. Hauptfeldwebel Steffen Jacksch: "Wir bleiben bis Ende November. Dann wird weiter entschieden".

Testkapazitäten sind begrenzt

 Mit den Bundeswehrsoldaten sind jetzt täglich 65 Kontaktermittler im Einsatz. Insgesamt kämpfen - zeitversetzt - 300 Kräfte an der Corona-Front. Mobile Testteams schwärmen aus, nehmen Proben dort, wo sich Corona-Fälle häufen. In dieser Woche startet ein sogenanntes Abstrichmobil in den nördlichen Teil des Landkreises. Die Testkapazitäten sind aber weiter begrenzt – 150 Proben kann der Landkreis pro Tag einreichen. Landrat Bernd Lange will mehr.

Schwere Krankheitsverläufe  nehmen zu

Im Unterschied zur ersten Welle im Frühjahr ist das Virus jetzt im Herbst offenbar aggressiver geworden. Beigeordnete Martina Weber: "Die schweren Verläufe nehmen zu - bei alt und jung."Im Kreis Görlitz werden  elf Intensivplätze freigehalten. Zwei sind derzeit mit Corona-Patienten belegt. Sollte sich die Lage weiter zuspitzen, könnten weitere Plätze bereitgestellt werden, so Weber.

Der Landrat appellierte noch einmal an die Einwohner, die Regeln einzuhalten, also Abstand wahren, auf Feiern möglichst verzichten und in den geforderten Bereichen Masken tragen.

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Reporter Knut-Michael Kunoth