Schützen uns Masken wirklich?

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Seit über einem halben Jahr gilt bei uns in Sachsen die Maskenpflicht. Was im letzten Jahr noch unvorstellbar war, ist mittlerweile völlig normal geworden. Trotzdem entstehen zu dem Thema immer wieder Meinungsverschiedenheiten, einige Maskengegner zweifeln die Wirkung der Maske außerdem komplett an. Bei einem Experiment hat Prof. Rüdiger Schwarze von der TU Bergakademie Freiberg genau diese Wirkungsweise gemeinsam mit seinen Kollegen untersucht.

Wie kann uns eine Mund-Nasen-Bedeckung vor Covid-19 schützen?

Bei einem Gespräch ist Ihnen vielleicht schon mal aufgefallen, dass Ihr Gegenüber zu viel Knoblauch gegessen oder vielleicht ein oder zwei Bier getrunken hat. Der Atem des anderen „weht“ also zu Ihnen und wird auch Atemfahne genannt. Da Sie die Atemfahne ohne Maske ungeschützt einatmen, könnte damit auch das Coronavirus übertragen werden.

Das folgende Experiment von der TU Bergakademie Freiberg zeigt, dass der Atem durch eine Maske nicht wie üblich (nach vorne) zum Gegenüber, sondern (nach oben) über den eigenen Kopf geleitet wird. Die Maske kann die Viren also nicht unbedingt abtöten oder aus der Luft filtern. Allerdings wird die ausgeatmete Luft durch eine Maske umgeleitet und kann uns vor Covid-19 schützen.  

Wie funktioniert das Masken-Experiment?

Während des Experiments sollte ein Mitarbeiter beim Tragen verschiedener Masken eine bestimmte Konsonantenfolge aussprechen. Durch die Temperaturunterschiede zwischen der eigenen Atemluft und der Frischluft im Raum konnte der Weg der Luft im Raum nachverfolgt werden. Das nennt man auch Schlieren-Technik und funktioniert so:

Im Hochsommer können wir über einer erhitzten Asphaltstraße manchmal flimmernde Luft beobachten. Die Luft direkt über dem Asphalt ist durch die Sonne, im Gegensatz zu oberen Luftschichten, sehr heiß. Durch die Temperaturunterschiede entsteht in der Luft ein Flimmern. Genau das haben sich die Forscher aus Freiberg zu Nutze gemacht und konnten so die Wirkung der verschiedenen Masken vergleichen.

Welche Masken schützen wirklich?

Selbstgenähte Stoffmasken sowie OP-Masken haben den Test laut Professor Schwarze sehr gut bestanden. Dort ist der Stoff nämlich oft in Falten gelegt oder mehrlagig, wodurch die Luft gut umgeleitet werden kann.

Die FFP3-Masken haben den Test ebenfalls bestanden und bieten außerdem einen besseren Selbstschutz als andere Masken. Da die Masken allerdings sehr feinmaschig sind, ist das Atmen damit anstrengender. Die FFP- Masken sollten daher nicht länger als zwei Stunden am Stück und außerdem mit einer 30-minütigen Pause getragen werden.

Halstücher und Schals haben im Experiment wiederum schlecht abgeschnitten. Da diese meist einen dünneren Stoff haben, ist keine Wirkung auf die ausgeatmete Luft festgestellt worden.

Warum hilft regelmäßiges Lüften?

Wenn wir in einem geschlossenen Raum sitzen, wandert unsere ausgeatmete Luft wie in einem Kreislauf erstmal zur Decke. Durch die Bewegung im Raum gelangt sie danach in die kälteren Bereiche des Raums, also z. B. zu den Fenstern und sinkt anschließend Richtung Boden. Danach wandern die Aerosole wieder zurück in den Raum und können somit das Ansteckungsrisiko erhöhen. Um die „alte“ Luft auszutauschen sollten Sie daher mindestens einmal pro Stunde die Fenster weit öffnen und Stoßlüften.