• OB Constance Arndt vorm Schocken-Eingang Marienstraße mit den Papenburg-Geschäftsführern Frank Heinze (l.) und Klaus Papenburg.

  • Blick in die Zukunft.

Schocken-Sanierung: "Es geht wirklich endlich los"

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Mit Abrissarbeiten beginnt spätestens im Juni das Großprojekt Schocken-Sanierung. „Im Innenhof starten wir mit der Entkernung“, sagte Frank Heinze, Geschäftsführer des Investors GP Papenburg Hochbau, am Sonnabend in Zwickau vor Journalisten. Danach werden dort Baukräne gestellt. „Der Hof wird wieder so hergestellt, wie er vor Gründung des Kaufhauses angelegt worden war, das bringt Licht und Frischluft in das Gebäude“, erklärte Heinze.

Die künftigen Mieter sind die Hotelkette B&B, Land und Stadt (Büros) sowie ein Lebensmitteleinzelhändler. Auch einige Wohnungen entstehen. Das Hotel mit seinen 90 Zimmern nennt Heinze den „Ankermieter“, also ein Magnet, das viele Menschen anziehen wird mit positiven Folgen für die Belebung der Innenstadt. B&B-Hotels sind preisgünstig, sie bieten kein Abendessen an. „Die Gäste werden also in der Stadt in die Restaurants gehen“.

33 Millionen Euro inklusive Fördermittel werden investiert. Auf etwa zweieinhalb Jahre ist die Bauzeit veranschlagt. „Wir wollen, dass unsere Mieter spätestens das Weihnachtsgeschäft 2024 mitnehmen können“, blickt Heinze voraus.

„Es geht wirklich endlich los, ich bin glücklich heute“, sagte Oberbürgermeisterin Constance Arndt (BfZ) am Sonnabend zur finalen Vorstellung des Vorhabens. „Das ist ein tolles Projekt, das unserer Stadt sehr gut tun wird.“  

Vorm Baubeginn war das Schocken noch einmal für Interessierte geöffnet. Die drei Führungen am Sonnabend für insgesamt 180 Personen waren nach Angaben der Stadt innerhalb von drei Tagen ausgebucht.

Das Schocken-Kaufhaus, gegründet von den jüdischen Brüdern Salman und Simon Schocken in den 1920er Jahren, steht seit 1999 leer. Viele Bemühungen, die wichtige Innenstadt-Immobilie zu revitalisieren, scheiterten. Bewegung kam in das Projekt, als die Hallenser Firma Papenburg ins Boot geholt wurde. Die hat bereits das Schloss Osterstein saniert und das Stadion in Eckersbach gebaut. Aktuell ist das Unternehmen auch im künftigen Stadtarchiv, dem früheren Sparkassengebäude an der Crimmitschauer Straße, am Werk.

Geschäftsführer Klaus Papenburg erinnert sich, was Alt-Oberbürgermeisterin Pia Findeiß sinngemäß zu ihm sagte, als sie ihm das Projekt Schocken nahelegte: Wir haben hier eine Immobilie, die sehr sensibel ist, die Eigentümerschaft möchte sie nicht irgendwie verkaufen, sondern es soll ein lebendiger Punkt in der Stadt werden. Können Sie uns da begleiten? "Das haben wir gerne gemacht, es ist mittlerweile eine Herzensangelegenheit", so Papenburg.  

Bei einer Veranstaltung am 1. Juni sollen Anwohner und umliegende Händler über Einschränkungen während der Bauphase informiert werden.