Sachsens ehemaliger Ministerpräsident Kurt Biedenkopf ist gestorben

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Sachsens früherer Ministerpräsident Kurt Biedenkopf ist tot.

Das meldet die Staatskanzlei in Dresden.

 Er sei am Donnerstagabend im Alter von 91 Jahren im Kreis seiner Familie friedlich eingeschlafen.

Nach der Wiedervereinigung ist Biedenkopf Sachsens erster Ministerpräsident gewesen. Er hat den Freistaat von 1990 bis 2002 regiert.

Bei der ersten Wahl nach der Wende hat er für die CDU die absolute Mehrheit geholt.

Nachruf

Ihm lag Sachsen immer besonders am Herzen – 12 Jahre lang war er Ministerpräsident des Freistaates – von 1990 bis 2002.

Nach der Wende prägte er Sachsen wie kein Zweiter und gab dem Freistaat sein weltoffenes und modernes Gesicht. Und Kurt Biedenkopf hat auch sächsische Wurzeln – sein Vater stammt aus Chemnitz, 1938 zieht seine Familie nach Schkopau bei Merseburg. Nach Ende des 2. Weltkriegs finden sie in Hessen ein neues Zuhause.

Zu Beginn seiner politischen Karriere gilt er als enger Vertrauter Helmut Kohls, später geraten sie so sehr aneinander, dass Biedenkopf sogar sein Amt als Generalsekretär der CDU aufgibt. Ende der 80er zieht er sich eigentlich komplett aus der Tagespolitik zurück. Doch dann: die Wende in der damaligen DDR und die Wiedervereinigung beider deutscher Staaten. Zur Landtagswahl in Sachsen am 14. Oktober 1990 tritt Kurt Biedenkopf als Spitzenkandidat an – und gewinnt mit knapp 54 % haushoch. In seiner Zeit als Ministerpräsident holt die CDU jedes Mal die absolute Mehrheit bei Landtagswahlen.

Im Januar 2002 dann der Rückschlag: wegen zahlreicher Affären erklärt Biedenkopf im Januar 2002 seinen Rücktritt als Ministerpräsident. Bis 2004 bleibt er Mitglied des sächsischen Landtags, danach warten andere Aufgaben auf ihn – unter anderem ist er Gründungspräsident der Dresden International University.

Dennoch: seine politische Stimme hat weiterhin Gewicht. Geschätzt wird er unter anderem als kompetenter Interviewpartner und scharfer Analytiker.

Der Freistaat Sachsen hat ihm viel zu verdanken. Nicht umsonst wurde er immer liebevoll als Landesvater und König Kurt bezeichnet.