Sachsen will Maskenpflicht im Einzelhandel abschaffen

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Wer sich in Sachsen gegen Corona impfen lassen will, braucht ab Mittwoch ganztägig keinen Termin mehr. Das Anmeldesystem wird komplett aufgegeben, kündigte Sozialministerin Petra Köpping am Dienstag auf einer Pressekonferenz an. "Sie können einfach ins Impfzentrum gehen und werden geimpft", so die SPD-Politikerin. Bisher war das Impfen ohne Termin in den Impfzentren immer erst ab 14 Uhr möglich.

Sachsen will außerdem die Maskenpflicht im Einzelhandel abschaffen, wenn der Inzidenzwert unter 10 liegt. Das wurde in der neuen Coronaschutzverordnung verankert, so Köpping. Die Regelung gilt ab 16. Juli. In Bus und Bahn bleibt die Maskenpflicht bestehen, ebenso in medizinischen Einrichtungen wie Krankenhäusern oder Pflegeheimen. Derzeit liegen alle Landkreise und Städte im Freistaat unter dem Schwellenwert von zehn wöchentlichen Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner.

Köpping attestierte Sachsen angesichts geringer Inzidenzwerte eine gute Entwicklung - das sei aber keine Selbstverständlichkeit. Die Delta-Variante greife um sich. Im Freistaat gebe es inzwischen 136 Hin- und Nachweise zu dieser Variante. Die Ministerin appellierte an die Bevölkerung, vorsichtig zu bleiben. Wenn man einen guten Herbst haben wolle, müsse man sich impfen lassen.

In der Corona-Schutzverordnung, die vom 16. bis zum 28. Juli gilt, hat Sachsen zudem seine Regeln für Großveranstaltungen angepasst - und folgt damit einer Empfehlung der Staatskanzleichefs der Bundesländer. Demnach sind ab Freitag Veranstaltungen mit bis zu 25.000 Zuschauern unter Auflagen möglich. Voraussetzung ist eine stabile Inzidenz unter 35. Zwar gilt für sämtliche Großveranstaltungen - vom Fußballspiel bis hin zum Konzert - eine maximale 50-Prozent-Auslastung. Von dieser Regel könnten die örtlichen Gesundheitsämter nach Rücksprache abweichen. Geimpfte und Genesene werden bei der Besucherzahl mitgezählt.

Zudem müssen die Arbeitnehmer nach dem Urlaub bei ihrer Rückkehr an den Arbeitsplatz einen negativen Corona-Test vorlegen. Das gilt für alle, die länger als fünf Tage weg waren - unabhängig vom Aufenthaltsort. Die Regelung greift zu Beginn der Sommerferien in Sachsen zum 26. Juli. Köpping rief dazu auf, die Testpflicht ernst zu nehmen. Unterwegs könne man sich unbemerkt mit dem Virus infizieren und dann am Arbeitsplatz weiter geben. Geimpfte und Genesene müssen keinen Negativtest machen.

Unterdessen arbeitet der Freistaat an einem Stufenplan für eine Teststrategie. Bei einer steigenden Inzidenz sollen die Test-Kapazitäten schnell wieder hochgefahren werden können, sagte Köpping. Gerade für Urlaubsrückkehrer sollte es gute Test-Möglichkeiten geben. Rund 600.000 Schnelltests seien vorrätig. Auch ein Konzept für das Impfen ab Ende September wird erarbeitet - dann schließen die Impfzentren.