Ride of Silence - auch in Dresden Gedenk-Demo für getötete Radfahrer

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Auch bei uns in Dresden wollen sich am Mittwochabend Radfahrer an der weltweiten "Ride of Silence"-Demo beteiligen. Dabei wollen die Teilnemer - gekleidet ganz in weiß - an alle getöteten und verletzte Radfahrer gedenken. Jeder im Straßenverkehr tödlich verunfallte Mensch ist einer zu viel, sagten die Organisatoren. Mit der Demo wolle man auch ein Zeichen an die Politik senden, um die Bedingungen für einen sicheren Radverkehr in Dresden zu verbessern. (Die Demo beginnt kurz vor 19 Uhr am Wiener Platz und fürt dann 23 Kilometer durch Dresden. Kurz vor 22 Uhr soll die Demo am Albertplatz beendet werden.

Hier die Pressemitteilung der Organisatoren nachlesen:

Das Fahrrad ist ein beliebtes Verkehrsmittel, das weltweit Mobilität für viele Menschen schafft, oftmals sind Radfahrende aber im Straßenverkehr stärker gefährdet, als es sein muss. Deshalb demonstrieren Menschen am Mittwoch, dem 15. Mai 2019 in aller Welt für einen sicheren Radverkehr im Rahmen des „Ride of Silence“.

Leider kam das letzte Jahr weder in Dresden noch im Rest der Welt nicht ohne tote Radfahrer*innen aus, von den zahlreichen Verletzten ganz zu schweigen. Gleichzeitig werden sicher geglaubte Infrastrukturprojekte zur Erhöhung der Radverkehrssicherheit zurückgeschraubt, obwohl alle Beteiligten es eigentlich besser wissen.

„Daher wollen wir mit der Gedenkfahrt 'Ride of Silence' wieder allen getöteten und verletzten Radfahrer*innen gedenken und darauf aufmerksam machen, dass Angst beim Radfahren kein Normalzustand sein darf. Der Radverkehr muss sicherer werden, überall und für alle“, so Richard Bügel der Initiative „Ghostbikes in Dresden“, die in Erinnerung an tödlich verunfallte Radfahrer*innen weiß angesprühte Fahrräder an den Unfallorten aufstellt und auf ihrer Webseite www.dresden.ghostbik.es dokumentiert. An diesen sogenannten „Ghostbikes”, übersetzt „Geisterfahrräder“, wird während der Gedenkfahrt kurz innegehalten.

Richard Bügel aus dem Organisationsteam findet es wichtig, Anteilnahme zu zeigen: „Jeder im Straßenverkehr tödlich verunfallte Mensch ist einer zu viel – wir machen deutlich, dass diese Menschen nicht nur eine Zahl in der Unfallstatistik sind. Aktuell wird auch in Dresden wieder viel über Infrastrukturprojekte diskutiert, die Rad- und Fußverkehr ihren Raum geben. Teile der Politik bezeichnen die Umverteilung von öffentlichem Raum als 'ideologiegetrieben'. Aber insbesondere Verkehrsteilnehmer*innen ohne schützende Karosserie sind täglich besonders gefährdet. Nur durch eine Verkehrswende und damit verbundener Reorganisation des öffentlichen Raumes kann es für jede*n möglich sein,
angst- und stressfrei Fahrrad zu fahren. Wir wollen auch ein Signal an die Politik senden, die Bedingungen für einen sicheren Radverkehr in Dresden zu verbessern. Nur so kann die Vision einer Stadt ohne Verkehrstote erreicht werden.”

Der „Ride of Silence“ beginnt um 18:15 Uhr am Hauptbahnhof auf dem Wiener Platz und führt ab 18:45 Uhr von dort aus etwa 23 Kilometer durch Dresden, um dann gegen 21:45 Uhr am Albertplatz in der Neustadt zu enden. Anlässlich einer stillen Gedenkfahrt wird empfohlen, weiße Kleidung zu tragen.

Der „Ride of Silence“ hat seinen Ursprung in den USA und findet dort bereits seit mehr als zehn Jahren statt. Weltweit wird es dieses Jahr am 15.05.2019 fast 300 Gedenkfahrten geben, in Deutschland findet sie in mindestens acht Städten statt.