• Foto: kmk

Prozess gegen Porschefahrer in Bautzen - "Anklage überflüssig"

Zuletzt aktualisiert:

Prozesstermin heute Mittag im Amtsgericht Bautzen für einen Porschefahrer. Der 52-Jährige soll in einer Sommernacht vergangenen Jahres von Bautzen über die B 96 nach Großpostwitz gerast sein – mit bis zu 140 Stundenkilometern. Er soll eine Zivilstreife überholt haben. Daraufhin kam es zu einer Verfolgungsjagd. Der Fahrer im Polizeiauto habe mehrmals stark bremsen müssen. Die Staatsanwaltschaft wirft dem angeklagten Unternehmer aus einer Gemeinde bei Bautzen vorsätzlichen Eingriff in den Straßenverkehr vor.

Zu dem Vorwurf wurde heute nur einer der beiden Polizisten gehört – der Beifahrer. Die Zivilstreife wollte ins Oberland, Verdächtige an der Grenze observieren. In Bautzen-Oberkaina preschte ein Sportwagen heran und raste an den Beamten vorbei. Die Polizisten entschlossen sich zur Kontrolle, fuhren hinterher, versuchten den Sportwagen einzuholen. Doch der Fahrer hängte den nur 100 PS-starken Polizei-Golf immer wieder ab. Vor einem stationären Blitzer in Rascha bremste er stark ab und gab dann wieder Gas.

An einer roten Baustellenampel in Rodewitz hatten die Verfolger den Ausreißer wieder eingeholt. Doch sie setzten weder das Blaulicht aufs Dach, noch gaben sie sich mit der Haltekelle als Polizei zu erkennen. Die Ampel schaltete auf Grün. Die nächtliche Verfolgungsjagd ging weiter – über Wilthen, hinauf zum Jägerhaus und wieder abwärts Richtung Obergurig. Und wieder konnte der Porsche entkommen.

Mit bis zu 140 Stundenkilometer sei der Sportwagen davongejagt. Das genaue Tempo konnte der Polizist aber nicht angeben. Auch war der Tacho des Polizei-Golf nicht geeicht.

Wie der Fahrer ermittelt?

Die Polizisten gaben das Kennzeichen des Porsche durch. So kamen sie an die Adresse. Sie tauchten wenig später an der Haustür des Fahrers auf. Der verweigerte die Aussage und verwies die Beamten an seinen Anwalt.

Und was hält der Anwalt von der Anklage?

Nichts. Verteidiger Florian Berthold hält die Anklage der Staatsanwaltschaft für überflüssig.

Der Prozess wird am 20. März fortgesetzt. Dann soll der Polizist gehört werden, der am Steuer des Zivilwagens saß.

Audio:

Verteidiger Florian Berthold