#BahnDown: Bahnverkehr läuft nach Anschlägen wieder an

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  • Lange Warte­zeiten am Haupt­bahnhof Leipzig (Archiv­bild: dpa)

Nach mehreren Kabel­bränden an Bahnstre­cken in Sachsen ist der Bahnver­kehr am Montag­mittag wieder angelaufen. Im Raum Chemnitz, Leipzig und Dresden fuhren keine Züge oder es kam zu massiven Verspä­tungen. An den Bahnhöfen wurden am Vormittag auch Notfall­ma­nager einge­setzt, um Bahnrei­sende zu infor­mieren. Immer wieder erreichten uns Rückmel­dungen, dass die Infor­ma­ti­ons­po­litik der Bahn katastro­phal gewesen sei. Andere Nutzer dankten Bahn-Mitar­bei­tern für die Unter­stüt­zung. Unter dem Hashtag #BahnDown kamen zahlreiche Reaktionen auf die massiven Ausfälle bei der Bahn.

An vier Stellen waren Kabel­schächte im Raum Leipzig angezündet worden, so dass Signale nicht mehr funktio­nieren. Wie die Bundes­po­lizei mitteilte, hätten an zwei weiteren Stellen Brand­sätze nicht gezündet, diese wurden sicher­ge­stellt.

Die Bundes­po­lizei hat unserem Sender am frühen Morgen bestä­tigt, dass es sich wohl um Anschläge handelt. Jetzt ermit­telt das Opera­tive Abwehr­zen­trum der Polizei. Auch in Berlin, Hamburg und Bochum sind Kabel­schächte angezündet worden. "Es ist davon auszu­gehen, dass zwischen den Bränden ein Zusam­men­hang besteht", teilte das OAZ mit. E"ine politi­sche Motiva­tion bzw. ein Bezug zum G20 Gipfel in Hamburg kann nicht ausge­schlossen werden und ist Gegen­stand der weiteren Ermitt­lungen."

Auf der Intern­bet­platt­form Indymedia wurde ein angeb­li­ches Beken­ner­schreiben veröf­fent­licht. Darin wird auch Bezug genommen auf den G20-Gipfel: "Wir greifen ein in eines der zentralen Nerven­sys­teme des Kapita­lismus: mehrere Zehntau­send Kilometer Bahnstrecke. Hier fließen Waren, Arbeits­kräfte, insbe­son­dere Daten", heißt es in dem Text der mit den Worten schließt: "Shutdown G20 – Hamburg vom Netz nehmen!" Auf der Platt­form kann aller­dings jeder anonym Texte einstellen. Die Echtheit lässt sich deswegen nur schwer überprüfen. In der Vergan­gen­heit waren dort auch Fälschungen aufge­taucht - wir hatten über entsprechende Fälle zum Beispiel zum Anschlag auf eine Moschee in Dresden damals ausführlich berichtet.

Das OAZ hat die Ermitt­lungen u.a. wegen des Verdachts des gefähr­li­chen Eingriffes in den Bahnver­kehr aufge­nommen und steht im engen Infor­ma­ti­ons­aus­tausch mit den anderen betrof­fenen Bundes­län­dern und dem Bundes­kri­mi­nalamt, hieß es. Zeugen, die Hinweise zu den Sachver­halten geben können, werden gebeten, sich bei der Krimi­nal­po­lizei, Dimitroff­straße 1 in 04107 Leipzig, Tel. (0341) 966 46666 oder jeder anderen Polizei­dienst­stelle zu melden.

Störung nach Anschlägen auch bei Vodafone

Unter­dessen wirken sich die Anschläge auf Leitungen bei der Deutschen Bahn auch beim Telekom­mu­ni­ka­ti­ons­an­bieter Vodafone aus. Im mobilen G2 und G3-Netz gibt es in Sachsen Ausfälle, berich­teten zbs Hörer. Auch einige Festnetz­kunden berichten von Problemen. Vodafone nutzt teilweise die gleichen Kabel­schächte und Leitungen wie die Deutsche Bahn. Vodafone hat die Störungen unserem Sender gegen­über bestä­tigt. Aktuell seien in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen 14.000 Haushalte und Geschäfts­kunden betroffen. Man arbeite bereits an der Instand­set­zung der Leitungen. Außerdem wurden Ersatz­schal­tungen freige­geben.