O'thal mit Videobotschaft: "Lasst uns nicht im Stich!"

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Mehrere Oberwiesenthaler Unternehmer haben in einer eindringlichen Videobotschaft auf ihre prekäre Lage aufmerksam gemacht. Sie stehen stellvertretend für über 200 Anbieter von touristischen Übernachtungen in der Stadt und im Namen der vielen Selbstständigen, welche vom Ski- und Beherbergungsbetrieb abhängig sind. Im Video appellieren sie an die Landesregierung in Dresden: „Gebt uns Perspektive! Lasst uns nicht im Stich!“ 

Die derzeitige Lage ist prekär und gibt wenig Grund zur Hoffnung, dass ein baldiger Skibetrieb Start in Aussicht ist. Dabei sieht sich das Skigebiet bereit: „Wir können in wenigen Tagen an gewissen Orten im Gebiet öffnen wir sind bereit!“, so René Lötzsch, Geschäftsführer der Fichtelberg Schwebebahn. Weiter sagt er: „Ein geregelter Skibetrieb unter 2G würde das „Wilde Skifahren“ am Fichtelberg in Bahnen zwängen. Derzeit ist an den Wochenenden und folglich auch in den Zwischentagen die Hölle los - mit den von uns erstellten Konzept kann man dem Herr werden." 

Aber es geht nicht nur um die Eröffnung der Skisaison. Auch die Hotelier und das Gastgewerbe muss wieder öffnen, dürfen. So sagt stellvertretend für die Hoteliers in Oberwiesenthal René Stolle, Regionaldirektor der AHORN Hotels und Resorts: „Mitarbeitern wandern ab, wenn wir die Sicherheit und Motivation nicht mehr bieten können.“ Das hat massive Auswirkung auf die Zukunft der Erholungsortes am Fichtelberg. 

Auch der Handel darf hierbei nicht vernachlässigt werden, denn dieser lebt in der Stadt von den Gästen, wie Falk Haberecht von der Drechslerei Haberecht bestätigt: "Das Weihnachtsland Erzgebirge kann man doch nicht durch einen Klick im Onlineshop ersetzen - wir machen Dreiviertel unserer Einnahmen mit den Übernachtungsgästen im Ort.“

Das mit viel ehrenamtlicher Energie entstandene Video ist mithilfe der lokalen Videoproduktionen Mushroom Productions und Mountainlovers entstanden. 

Unterdessen hat Tourismusministerin Barbara Klepsch die Skisaison noch nicht abgeschrieben. Man hoffe, dass man ab 9. Januar starten könne, wenn auch mit einem stufigen Verfahren und 2G-Regel, sagte die CDU-Politikerin der dpa.

Wichtig sei allerdings eine höhere Impfquote. Außerdem müssten die Infektionszahlen und die Auslastung der Kliniken gedrückt werden. Dann gebe es noch eine Chance auf die Skisaison, wenn auch später und mit Verlusten.

Die Stadt Kurort Oberwiesenthal und ihre Gewerbetreibenden, darunter Hoteliers, Einzelhändler, Skilift-, Skischulbetreiber und viele weitere stehen am Abgrund ihrer Existenz und zweifeln die Ausgewogenheit und Gerechtigkeit der aktuell geltenden Maßnahmen an.

Voriges Jahr hatte die Landesregierung nach wochenlangem Bangen die alpine Wintersportsaison Mitte Januar ganz abgeblasen. Grund war das hohe Corona-Infektionsgeschehen. Noch so ein «Null-Winter» wäre für Oberwiesenthal als Wintersportort katastrophal, betonte Benedict.