• Seit der Pflanzung der Bäume am Montag bewacht die Polizei den Gedenkort. © Ralph Köhler/propicture

    Seit der Pflanzung der Bäume am Montag bewacht die Polizei den Gedenkort. © Ralph Köhler/propicture

NSU-Gedenkort wird eingeweiht

Zuletzt aktualisiert:

Am Schwanenteich wird am Sonntag der NSU-Gedenkort feierlich eingeweiht. Die Veranstaltung beginnt 10 Uhr. Gepflanzt wurden zehn Bäume – für jedes Opfer des Nationalsozialistischen Untergrunds einer. Zur Einweihung werden noch Gedenkplatten verlegt mit den Namen der Ermordeten.

Am Montag wird die Bundeskanzlerin einen Kranz niederlegen, nachdem sie am Festakt zum Start der E-Auto-Produktion bei VW gesprochen hat. Sie wird begleitet von Ministerpräsident Michael Kretschmer.

Unterdessen haben die Zwickauer Stadträte ein Memorandum verfasst - unterzeichnet von den Fraktionen CDU/FDP, SPD/Grüne/Tierschutzpartei, DIE LINKE und BfZ.

Das Memorandum im Wortlaut:

„Als Zwickauer beschäftigen uns die Taten besonders, weil die Mörder unter uns lebten. Wir verneigen uns vor den Todesopfern des NSU-Terrors uns vor dem Leid ihrer Angehörigen. Wir, die namentlich unterzeichnenden Stadträtinnen und Stadträte der Stadt Zwickau, machen uns eins mit dem Ziel, das durch das Pflanzen dieser zehn Bäume ausgedrückt wird: Wir wollen, dass die Opfer nie in Vergessenheit geraten. Wir wollen eine Stadt, aus der heraus nie wieder solche Gewalttaten geschehen. Deshalb wollen wir nicht wegschauen und schweigen, wenn Menschen angefeindet oder bedroht werden, weil sie anderen Ethnien, Nationalitäten oder Religionen angehören. Wir wollen nicht hinnehmend schweigen, wo völkisches, nationalistisches Reden und Tun das Zusammenleben der Menschen in unserer Stadt zu verderben drohen. Wir bitten alle Menschen unserer Stadt, die Mahnung zu hören, die aus dem Geschehenen spricht. Wir alle tragen Verantwortung für unser Zusammenleben – das schließt unsere Nächsten, aber auch alle anderen Mitmenschen in unserer Stadt ein. Lasst uns gemeinsam aufmerksam sein und entschlossen widersprechen, wo immer wir Unrecht wahrnehmen.“