Anschlagspläne bei mutmaßlichen BVB-Attentäter gefunden

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  • Der BVB-Bus nach dem Spreng­stoff­an­schlag an einer Straße in Dortmund. Foto: Ina Fassbender

  • Der Mannschaftsbus der Fußball­mann­schaft von Borussia Dortmund. Foto: Marcel Kusch/Archiv

  • Bei dem Anschlag waren drei Spreng­sätze mit Metall­stiften nahe dem Mannschaftsbus von Borussia Dortmund detoniert. Foto: Friso Gentsch

  • Ein Wohnhaus mit zerbors­tenen Scheiben, in Dortmund nahe der Stelle, wo der Mannschaftsbus von Borussia Dortmund durch die Spreng­sätze angegriffen wurde. Foto: Guido Kirchner

  • Bei dem Anschlag wurden Scheiben des Mannschafts­busses von Borussia Dortmund zerstört. Foto: Bernd Thissen

Karlsruhe/Dortmund (dpa) - Gegen den mutmaßlichen BVB-Attentäter sind nach übereinstimmenden Medienberichten belastende Beweise aufgetaucht. Ermittler haben demnach in der Wohnung des 28-Jährigen in Rottenburg am Neckar handschriftliche Notizen sichergestellt.

Verfasst seien sie in deutscher und russischer Sprache. Den Berichten zufolge soll es sich um Notizen zur Planung des Sprengstoff-Anschlags auf den Bus mit der Mannschaft des Fußball-Bundesligisten Borussia Dortmund am 11. April handeln.

So gehe es darin unter anderem um den Zünder und die Elektronik zur Fernsteuerung. Auch ein Wort, das sich mit «Gebüsch» oder «Hecke» übersetzen lasse, tauche auf. Nach Informationen der Zeitung «Die Welt» waren die Papiere so gut versteckt, dass sie erst jetzt gefunden wurden.

Bei dem Anschlag waren der Abwehrspieler Marc Bartra und ein Polizist verletzt worden. Der Spanier erlitt einen Bruch der Speiche im rechten Handgelenk.

Die Bundesanwaltschaft, die die Ermittlungen leitet, wollte dazu auf Nachfrage keine Stellung nehmen. Sie hält den am 21. April festgenommenen Sergej W. für dringend verdächtig, aus Habgier drei Sprengsätze an der Route des Busses zum Dortmunder Stadion gezündet zu haben. Sie waren in einer Hecke versteckt. Der Elektrotechniker soll an der Börse auf große Kursverluste der BVB-Aktie spekuliert haben. Er bestreitet nach früheren Angaben seines Anwalts die Tat.

Anschlagopfer Bartra ist inzwischen genesen und will wieder für den BVB auflaufen. «Hoffentlich kann ich in dieser oder der nächsten Woche im Kader stehen», sagte der Spanier in seinem ersten Interview nach dem Anschlag, das er dem hauseigenen Sender «BVB total» gab: «Ich habe so viel Lust wie nie zuvor zu trainieren, zu laufen, zu spielen.» Für den BVB stehen in dieser Spielzeit noch zwei Bundesliga-Spiele sowie das DFB-Pokalfinale am 27. Mai gegen Eintracht Frankfurt auf dem Programm.

Am Mittwoch war der Abwehrspieler wieder ins Mannschaftstraining eingestiegen. «Mir geht es viel besser, als ich erwartet habe», sagte er: «Und ich habe alles vergessen, das ist das Wichtigste.»