• Night Moves

    John Pelant und Micky Alfano musizieren mit Unterstützung. Foto: Elise Tyler

Night Moves: Samtige Sommermusik für Indiepop-Fans

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Berlin (dpa) - Etwas Sommermusik gefällig - aber eine von der anspruchsvolleren Sorte? Dann könnte das passen mit dem US-Duo Night Moves und seinem dritten Album «Can You Really Find Me».

Die Ende Juni beim feinen Label Domino erschienene Platte passt perfekt in das Beuteschema des Indiepop-Fans, der nach dem Soundtrack für eine entspannte Zeit am Baggersee sucht. Denn die auf ziemlich genau 40 Minuten - also klassische LP-Länge - verteilten zehn Lieder verbinden mühelos Eingängigkeit und Ambition.

Hier wird nicht beim R&B-Sommerhit-Ramsch der jüngeren Zeit geplündert, sondern in den 60er bis 80er Jahren - von den Beach Boys und The Zombies über Todd Rundgren und Fleetwood Mac bis zum Sophisticated-Pop von Prefab Sprout. Wer aktuellere Vergleiche sucht: The Flaming Lips, Tame Impala, Grizzly Bear, MGMT - in der jeweils ohrenschmeichelndsten, sonnigsten Variante.

Night Moves, also John Pelant/Micky Alfano aus Minneapolis, nahmen das Album im vorigen Sommer (na klar!) auf, zusammen mit Jim Eno, dem Drummer und Produzenten der wunderbaren Top-Ten-Band Spoon. Geschrieben hatten sie ihre neuen Songs im kalten Winter des Mittleren Westens - das hört man aber zu keiner Sekunde in Tracks wie «Mexico», «Coconut Grove» oder «Angelina» (wie schon die Songtitel verraten).

Ein besonderes Lob gilt - neben den samtigen Psychedelic-Pop-Grooves auf «Can You Really Find Me» - dem teilweise in höchste Höhen strebenden Blue-Eyed-Soul-Gesang von John Pelant. Nach dem im März 2016 erschienenen Vorgänger «Pennied Days» gelingt ihnen somit ein weiterer Entwicklungsschritt. Night Moves - das bedeutet Genuss ohne Reue im Sommer 2019.