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Nicht mal jede zweite Schule in Sachsen hat schnelles Internet

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Autor: dpa

In Sachsen haben nur rund 48 Prozent aller Schulen Zugang zu einem Breitbandanschluss. Damit verfügt mehr als die Hälfte aller öffentlichen Bildungseinrichtung über kein schnelles Internet, wie das Kultusministerium auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. Die Landesregierung verfehlt demnach das vom Landtag gesetzte Ziel, bis Ende dieses Jahres allen Schulen einen Breitbandanschluss zu ermöglichen

Das Ministerium wollte außerdem bis Ende 2019 zukunftsfähige Internetanschlüsse in allen Bildungseinrichtungen. Dieses Ziel wird nun auf 2021 verschoben. Für die Landesregierung ist ein Anschluss zukunftsfähig, wenn er pro Klasse in Grundschulen mindestens 50 und in weiterführenden Schulen mindestens 100 Megabit pro Sekunde erreicht.Als Grundlage für die Digitalisierung an sächsischen Schulen gilt die Konzeption Medienbildung und Digitalisierung des Kultusministeriums.

Darin hielt das Haus bereits fest, dass sich die Internetanbindung an Bildungseinrichtungen zwischen 2014 und 2017 kaum verbesserte. Die dort formulierten Ziele sollten die Situation verbessern, doch Sachsens Schulen müssen sich weiterhin gedulden.

Die CDU-Landtagsfraktion räumt ein, dass das damalige Ziel ambitioniert gewesen sei. Zusammen mit der SPD stellt die Partei mehr als 13 Millionen im Doppelhaushalt 2019/2020 zur Verfügung, um den Breitbandausbau an Schulen voranzutreiben. Zusätzlich soll der Ausbau durch Förderprogramme vom Bund finanziert werden. Dazu kann die Landesregierung zum Beispiel den am Freitag vom Bundesrat beschlossene Digitalfonds nutzen.

Für Noah Wehn, Vorsitzender des Landesschülerrates, ist die jetzige Situation in den Schulen nicht zufriedenstellend. "Es ist aktuell viel zu langsam", kritisierte er. Der Rat fordert schnelles Internet für alle Schulen bis 2020. Karsten Höink, Lehrer und Referent für Öffentlichkeitsarbeit beim Sächsischen Lehrerverband, spricht gar von einem katastrophalen Zustand im ländlichen Raum. "Das macht modernes Lernen, der Zugriff auf Online-Videos bzw. webbasierte Anwendungen quasi schwer bis unmöglich", sagte er.