Nano-Hologramm entwickelt: Pop-Up-Infos für Handy & Co

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  • Beim 50. Bundes­wett­be­werb «Jugend forscht» ist ein Handy mit einem aufge­setzten Hologramm zu sehen, in dem das Modell eines mensch­li­chen Herzens abgebildet ist. Foto: Uwe Anspach/Archiv

Melbourne (dpa) - Tausend Mal dünner als ein mensch­li­ches Haar ist das 3D-Hologramm, das ein austra­lisch-chine­si­sches Forscher­team erzeugt hat.

Das Nano-Hologramm sei das bislang dünnste überhaupt, einfach herzu­stellen und lasse sich ohne 3D-Brille betrachten, berichten die Wissen­schaftler im Fachblatt «Nature Commu­ni­ca­tions». Ihre Entwick­lung sei ein wichtiger Schritt dahin, Hologramme in Alltags-Elektronik wie Smart­phones, Computer und Fernseher zu integrieren.

Mit hologra­fi­schen Verfahren lassen sich Gegen­stände dreidi­men­sional abbilden. Der Betrachter kann ein aufge­nom­menes Bild - auch ein bewegtes - ohne spezi­elle 3D-Brille von allen Seiten betrachten und auch um es herum­gehen. Der Trick besteht darin, die Wellen­phase des Lichts zu verän­dern. Die Phase ist eine Angabe darüber, an welcher Stelle zwischen Wellental und Wellen­berg sich eine Welle befindet. Durch gezielte Phasen­ver­schie­bungen ergibt sich ein dreidi­men­sio­naler Eindruck.

Hologramme lassen sich auch am Computer generieren. Die Forscher um Min Gu vom Royal Melbourne Insti­tute of Techno­logy (RMIT, Austra­lien) entwi­ckelten diese Techno­logie nun einen entschei­denden Schritt weiter. «Konven­tio­nelle Computer-generierte Hologramme sind zu groß für elektro­ni­sche Geräte, aber unser ultra­dünnes Hologramm überwindet diese Größen­be­gren­zungen», erläu­tert Gu. Um das zu errei­chen, nutzen die Forscher ein spezi­elles Material, welches die zur Herstel­lung der Nano-Hologramme nötige Phasen­ver­schie­bung verstärkt.

Die Forscher arbeiten jetzt an der Herstel­lung eines festen Dünnschicht­ma­te­rials, das auf einen LCD-Bildschirm aufge­legt werden kann und die Darstel­lung der Hologramme ermög­licht. «Die Integra­tion von Hologrammen in Alltags­elek­tronik würde die Bildschirm-Größe irrele­vant werden lassen - mit einem Pop-up 3D-Hologramm lässt sich eine Fülle von Daten darstellen, die sonst nicht auf ein Telefon oder eine Uhr passen», so Gu.

Video zum winzigen Hologramm