Nächste Heimniederlage für den FCE - Shpilevski gefeuert

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Entsetzte Gesichter bei den Brüdern Leonhardt auf der Ehrentribüne, Pfiffe der Fans schon zur Halbzeit. Der FC Erzgebirge Aue hat auch im siebten Anlauf den ersten Saisonsieg in der 2. Fußball-Bundesliga verpasst und verlor gegen den SC Paderborn mit 1:4 (0:3). Marco Stiepermann (4.) nutzte den ersten Angriff seines Teams zur Führung, ehe Sven Michel (26.) und Felix Platte (38.) noch vor dem Wechsel erhöhten. Nach Wiederanpfiff traf erneut Stiepermann (48.). Aue konnte vor 5150 Zuschauern nur durch Babacar Gueye (51.) verkürzen. Nach dem Schlusspfiff reagierte der Verein zudem auf die nächste Pleite und feuerte seinen Cheftrainer Aljaksej Schpileuski nach gerade einmal sieben Ligaspielen.

Der Auer Coach Aleksej Shpilevski veränderte seine Startformation auf zwei Positionen. Im Vergleich zum 0:1 gegen Fortuna Düsseldorf brachte er erstmals Neuzugang Nikola Trujic, der zuletzt noch nicht spielberechtigt war, hinter den Spitzen Babacar Gueye und Antonio Mance. Aue begann engagiert mit viel Druck. Doch die Paderborner waren effektiver. Der von Paderborn-Coach Lukas Kwasniok («Ich erwarte eine Schlacht im Schacht») in die Anfangself rotierte Stiepermann zog aus 17 Metern ab und erzielte mit einem platzierten Schuss ins untere rechte Eck die Blitzführung.

Die Auer antworteten erst zwölf Minuten später mit einem Pfostenschuss durch Ben Zolinski, den abprallenden Ball knallte Mance aus Nahdistanz übers Tor. Besser machte es Paderborn: Michel hämmerte den Ball von der Strafraumgrenze unter die Latte zum 2:0. Dann sorgten Platte im Nachsetzen und Stiepermann aus Nahdistanz für die Vorentscheidung. Gueye konnte zwar ein Achtungszeichen setzen - mehr aber nicht.

Präsident Helge Leonhardt war das Entsetzen ins Gesicht geschrieben: Versteinerte Miene bei ihm und Bruder Uwe. Dabei war das Vereinsoberhaupt vor dem Anpfiff noch mehr als zuversichtlich, sprach von alten Auer Tugenden und machte auf Optimismus. «Wir wussten, dass wir eine geile Mannschaft haben und Zeit brauchen. Wir werden uns auch nicht von Störfeuern abbringen lassen», meinte er beim TV-Sender Sky und gab dem jungen Trainer Aleksey Shpilevski vor Anpfiff Rückendeckung. Doch die beiden Selfmade-Millionäre aus dem Erzgebirge sind für ihre klare wie auch harte Linie bekannt. Die beiden Unternehmer, die den Branchen-Zwerg jahrelang mit Mini-Etat im Unterhaus etablierten, scheuen sich nicht vor Konsequenzen.

Diese Handlungsweise kennt auch die Mannschaft um Routinier Martin Männel, der vor dem Spiel noch meinte. «Es gilt, den Schalter umzulegen und Wiedergutmachung zu betreiben.» Denn die Erinnerungen an das 3:8 schmerzten noch immer. «Das war das schwierigste und schlimmste Spiel, was ich im Aue-Dress erleben musste», meinte der Kapitän.

Nach dem Schlusspfiff wurde auch die Trennung von Cheftrainer Aliaksey Schpileuski bekannt. Präsident Helge Leonhardt sagte auf der Pressekonferenz des Tabellenletzten: «Ich habe selbst an das Projekt geglaubt, aber so ist es nicht umsetzbar. Dann ist es das Beste, dass man diese Entscheidung trifft und diese Entscheidung auch schnell trifft, da wir beide das Gefühl hatten, dass es zum jetzigen Zeitpunkt nichts bringt. Im Profifußball ist es so», betonte Leonhardt und stand für Nachfragen nicht bereit. Mit Blick auf die kommenden Woche meinte er nur: «Wir müssen ein neues Projekt starten, in der Hoffnung, dass wir wieder auf Kurs kommen.»

Shpileuski war erst am 7. Juni Trainer in Aue geworden. Er hatte damals einen Vertrag bis zum 30. Juni 2024 unterschrieben.

Audio:

Präsident Helge Leonhardt mit seinem Statement zur Entlassung von Cheftrainer Aleksey Shpilevski