Mordprozess in Zwickau: Bruder von Heike Wunderlich attackiert Angeklagten

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Autor: dpa
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Zwickau -Im Prozess um den Mord an Heike Wunder­lich hat ihr Bruder heute den Angeklagten verbal angegriffen. Im Anschluss an seine Verneh­mung als Zeuge vor dem Landge­richt warf Frank Wunder­lich dem 61 Jahre alten Mann Schau­spie­lerei vor. "Die Gesund­heit ist uns egal. Wir spucken auf dich", sagte er zum Beschul­digten. Der Angeklagte Helmut S. ist aufgrund eines Schlag­an­falls einge­schränkt verhand­lungs­fähig. Seine Unter­su­chungs­haft verbringt er im Haftkran­ken­haus.

Zuvor waren das Obduk­tions- und das Tatort­si­che­rungs­pro­to­koll in Teilen verlesen worden. Daraus ging hervor, dass die am 9. April 1987 nahe dem vogtlän­di­schen Plauen ermor­dete Heike Wunder­lich vor ihrem Tod gekne­belt gewesen war. Dazu soll der Täter den Slip der damals 18-Jährigen benutzt haben. Darüber hinaus wurde im Obduk­ti­ons­pro­to­koll geschluss­fol­gert, dass die junge Frau langsam erstickte. Todes­ur­sache war Erdros­seln. Dies sei laut Proto­koll mit großer Kraft und von hinten erfolgt.  

Angeklagt vor dem Landge­richt ist ein Frührentner aus dem thürin­gi­schen Gera. Ihm wirft die Staats­an­walt­schaft vor, die Frau verge­wal­tigt und ermordet zu haben. Der Angeklagte schweigt bislang zu den Tatvor­würfen.