• Symbolbild. Foto: Archiv

"Meine Tochter wurde in Großpostwitz von einem Wolf angegriffen"

Zuletzt aktualisiert:

Eine Joggerin soll in einem Wald bei Großpostwitz von einem Wolf angegriffen worden sein. Das hat uns heute ihr Vater berichtet. Der Vorfall geschah vor zwei Wochen.  Die Ärztin war auf einem Wanderweg zum Mönchwalder Berg joggen, als sie ein lautes Knacken hörte. Sie habe zunächst eine Wildschweinrotte vermutet. Plötzlich sei ein Wolf auf sie zugerannt und ihr zwischen die Beine gegangen.

„Meine Tochter hat geschrien. Daraufhin ist der Wolf zurückgewichen und wieder im Wald verschwunden“, schildert  uns der Vater.  Er wandte sich am nächsten Tag an Landrat Michael Harig und bat ihn, den Vorfall  untersuchen lassen. „Der Landrat wollte einen Beauftragten zu meiner Tochter schicken, aber das ist bis heute nicht geschehen“. Harig zufolge war die Ärztin nicht zu erreichen. "Wir haben mehrmals versucht, mit ihr Kontakt aufzunehmen", sagte er uns. Heute konnte Harig mit ihr sprechen. Sie habe ihm den Vorfall bestätigt. Der Landrat kündigte eine Untersuchung an.

Der Vater der Joggerin ist Jäger. Er vermutet, dass der Wolf auf Nahrungssuche war und ein Stück Wild gerissen hatte, das er verteidigen wollte.  Es soll sich um einen Rüden handeln, der offenbar einen Peilsender trägt.

Die Fachstelle Wolf beim Sächsischen Umweltministerium geht dagegen nicht davon aus, dass es sich um einen Wolf handelt. "In Sachsen gibt es keine besenderten Wölfe", sagte uns der Leiter der Fachstelle, Matthias Rau.

Audio:

Reporter Knut-Michael Kunoth im Gespräch mit dem Vater der Joggerin

Reporter Knut-Michael Kunoth im Gespräch mit dem Bautzener Landrat Michael Harig

Wie nun weiter in dem Fall? Landrat Michael Harig