• In den USA sind Masern­imp­fungen für Kinder vorge­schrieben und müssen in Schule und Kinder­garten vorge­wiesen werden. Foto: Patrick Seeger/Symbol­bild

Masern in Amerika für ausgerottet erklärt

Zuletzt aktualisiert:

Washington (dpa) - Der ameri­ka­ni­sche Konti­nent ist offiziell komplett frei von Masern. «Das ist ein histo­ri­scher Tag für die Region und auch für die Welt», sagte die Direk­torin der Pan-Ameri­ka­ni­schen Gesund­heits­or­ga­ni­sa­tion (PAHO/WHO) in Washington.

Die Region sei die erste weltweit, in der die hochan­ste­ckende Virus­in­fek­tion, die schwere Neben­wir­kungen wie Blind­heit und Lungen­ent­zün­dung haben kann, nicht mehr vorkomme.

Dies sei das Ergebnis umfas­sender Impfak­tionen gegen Masern, Röteln und Mumps, die in Nord- und Südame­rika sowie der Karibik seit 22 Jahren durch­ge­führt worden seien, hieß es. Der letzte endemi­sche Fall sei 2002 gemeldet worden, danach habe es nur noch impor­tierte Fälle gegeben.

Dies war auch beim letzten größeren Ausbruch im Dezember 2014 in Kalifor­nien (USA) in der Fall, als sich im Disney­land an einem impor­tierten Erkran­kung über 140 Menschen ansteckten. In den USA sind Masern­imp­fungen für Kinder vorge­schrieben und müssen in Schule und Kinder­garten vorge­wiesen werden. Aller­dings können Eltern die Impfung aus religiösen Gründen verwei­gern.

Bevor die umfas­senden Impfak­tionen 1980 begannen, starben weltweit fast 2,6 Millionen Menschen pro Jahr an Masern. Auf dem ameri­ka­ni­schen Konti­nent waren es laut PAHO al­lein zwischen 1971 und 1979 fast 102 000 Todes­opfer.

In Deutsch­land schwankten die Zahlen der Masern­fälle in den vergan­genen zehn Jahren stark zwischen 165 und knapp 2500 pro Jahr. Etwa einer von 1000 Masern­er­krankten starb daran.

Die Masern sind die fünfte durch Impfungen vermeid­bare Erkran­kung, die auf dem ameri­ka­ni­schen Konti­nent und der Karibik offiziell ausge­rottet ist. Pocken, Kinder­läh­mung, Röteln und die beim Embryo dadurch ausge­löste Erkran­kung gelten bereits als elimi­niert.

PAHO-Report zu Masern