• Manfred Starke ist nicht nur torgefährlich, er arbeitet auch sehr gut gegen den Ball, findet Trainer Joe Enochs.

Manfred Starke - Zweiter Schläger Namibias und FSV-Faustpfand

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Wenn Manfred Starke von seinen Länderspiel-Reisen mit der Nationalmannschaft Namibias nach Deutschland zurückkehrt, sind es vor allem die Erlebnisse neben dem Platz, über die er fasziniert berichtet. "Da es in den Kabinen keine Musikanlage gibt, wird dort während der Spielvorbereitung sehr viel gesungen und getanzt. Teilweise kenne ich die Lieder schon, teilweise muss ich neue Lieder lernen. Das ist mit Europa nicht zu vergleichen", erzählt der Offensivspieler von Fußball-Drittligist FSV Zwickau.

Erst Ende März war Starke nach Namibia geflogen, um an einem Qualifikationsspiel zur Afrikameisterschaft teilzunehmen. Sein Team gewann mit 2:1 gegen Guinea. "Es war leider von vornherein klar, dass wir keine Chance mehr auf die Qualifikation haben. Die Reise war trotzdem wieder eine Erfahrung wert. Es hat auch Spaß gemacht, die Familie mal wiederzusehen", sagt der 30-Jährige, der in Namibias Hauptstadt Windhuk geboren wurde.

Sein Urgroßvater war einst in das Land im Südwesten Afrikas ausgewandert. Dank Vater Richard, der selbst aktiv gespielt und später als Trainer gearbeitet hatte, kam Starke zum Fußball. Auch Schwester Sandra, die aktuell bei Frauen-Bundesligist SC Freiburg unter Vertrag steht und dem Kader der deutschen Nationalmannschaft angehört, wurde von der Leidenschaft angesteckt. "Mein Bruder war jeden Sonntag auf dem Platz, da wollte ich irgendwann mit dabei sein. Das Thema Fußball war in unserer Familie generell sehr präsent", sagte die 27-Jährige in einem Interview auf "dfb.de".

Die Konstellation, dass zwei Geschwister für zwei unterschiedliche Nationen spielen, ist mindestens genauso außergewöhnlich wie die Tatsache, dass Manfred und Sandra im Januar 2009 gemeinsam an der U18-Faustball-WM in ihrem Heimatland teilnahmen. "Ich bin durch meinen Freundeskreis zum Faustball gekommen. Wir haben recht früh damit angefangen, ich glaube mit zehn oder elf Jahren", sagte Zwickaus Offensivspieler. Bei einem Heimatbesuch wurde er gefragt, sagte nach ein paar Trainingseinheiten zu und stand plötzlich im Nationalteam. Seine bevorzugte Position: zweiter Schläger. "Nach der U18-WM habe ich aber nicht mehr gespielt", erklärte Starke.

Starkes fußballerischen Fähigkeiten fielen bereits 2004 Heinz Werner auf, der zu diesem Zeitpunkt eine Trainerfortbildung in Namibia leitete. Der ehemalige Coach von Hansa Rostock und Union Berlin vermittelte "Manni" nach Deutschland, wo er eigentlich bei den "Eisernen" vorspielen sollte. Weil die Berliner damals noch nicht über ein Fußballinternat verfügten, ging Starke zum FC Hansa. Nach elf Jahren in Rostock wechselte der Angreifer zum FC Carl Zeiss Jena, 2019 ging er zum 1. FC Kaiserslautern.

An den Betzenberg kehrt Starke am Mittwoch (17.00 Uhr) mit dem FSV Zwickau zum fälligen Nachholspiel zurück. Über sein glückloses Jahr in Kaiserslautern will er lieber nicht mehr sprechen. Dafür umso mehr über seine Entwicklung in Zwickau. "Ich hatte zunächst ein paar Probleme mich hineinzufinden und war zu Beginn auch verletzt und krank. Aber seit etwa zwei Monaten läuft es besser für mich. Es ist bestimmt auch im Interesse des Trainers, wenn noch ein paar Treffer oder Vorlagen dazukommen", sagt Starke, der bislang vier Tore für die Sachsen erzielte.

FSV-Trainer Joe Enochs möchte den Offensivspieler aber nicht nur daran messen: "Zusammen mit Ronny König war er in den letzten Wochen unser Faustpfand im Sturm. Nicht nur wegen der Torgefährlichkeit, sondern auch wegen seiner Arbeit gegen den Ball. Manfred ist derzeit nur schwer aus der Mannschaft wegzudenken." (dpa)