• Symbolbild (Foto: Archiv)

Männerschutzwohnung in Plauen könnte bundesweites Vorbild werden

Zuletzt aktualisiert:

Sächsische Männerhäuser könnten jetzt Vorbild für bundesweite Einrichtungen werden. Eine Delegation des Bayerischen Staatsministeriums hat in der vergangenen Woche die neue Männerschutzgruppe in Plauen besucht, sagte uns Sascha Möckel vom Männernetzwerk Dresden e.V.

Seit rund drei Wochen finden dort körperlich oder seelisch misshandelte Männer mit ihren Kindern Zuflucht, ähnlich wie in Frauenhäusern. Drei Wohngruppen mit insgesamt neun Plätzen gibt es in Sachsen aktuell. Die Wohnungen befinden sich in Dresden, Leipzig und Plauen und werden vom Freistaat gefördert. Ärzte oder auch die Polizei vermitteln dabei die meisten Bewohner, heißt es weiter.

Die Wohngruppen richten sich an Männer, die physische, psychische, soziale, ökonomische oder sexuelle Gewalt erfahren haben. Die erste Männerschutzgruppe im Freistaat wurde vor zwei Jahren in Dresden eröffnet und gilt laut eigenen Angaben als Pilotprojekt unter den geförderten Männerschutzeinrichtungen.

Laut Männernetzwerk Dresden e.V. wurde bereits in Stuttgart eine Wohngruppe nach Sächsischem Vorbild errichtet. Auch mit den Regierungen von Hessen und Nordrhein-Westfalen sei man im Gespräch.

Mit Blick auf die aktuellesten Zahlen von 2017, sind in Sachsen 7.114 Menschen Opfer häuslicher Gewalt geworden, davon waren 4.819 Frauen und 2.295 Männer.
Bundesweit wurden im gleichen Jahr fast 139.000 Fälle häuslicher Gewalt registriert. Laut Familienministerin Franziska Giffey ziehen sich die Übergriffe durch alle Schichten.