• Das Stadtbild Leipzigs besticht nicht zuletzt durch die vielen Grünflächen und die umfassende Bepflanzung. fotolia.de © Jakob Fischer (#136389718)

    Das Stadtbild Leipzigs besticht nicht zuletzt durch die vielen Grünflächen und die umfassende Bepflanzung. fotolia.de © Jakob Fischer (#136389718)

Leipzig als Gastgeber der "Greenmeetings" – die nachhaltige Metropole

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Während auf dem Chemnitzer Messegelände die Türen für die Fachmesse RegioForst öffnen, ist Leipzig als Gewinner aus den Bewerbern um die Austragung der fünften greenmeetings und events Konferenz hervorgegangen. In der Kongresshalle Zoo wird vom 18. Bis 19. Februar 2019 die deutschsprachige Veranstaltungsbranche zusammenkommen, um sich über aktuellste Themen der Nachhaltigkeit auszutauschen. Dass gerade Leipzig als Austragungsort gewählt wurde, ist kein Zufall. Denn die Großstadt, so finden auch die Organisatoren der Konferenz, wartet mit diversen nachhaltigen und aktuellen Konzepten auf.

Warum Leipzig Gastgeber geworden ist

Leipzig ist beliebt, wie vielleicht nie zuvor. Auch 2017 war die Metropole die am schnellsten wachsende Stadt Deutschlands und behielt ihren Spitznamen „Hypezig“ als großer Konkurrent zum wohl niemals aus dem Trend kommenden Berlin. Dass die Stadt aber auch als Gastgeber für greenmeetings und events Konferenz hervorging und damit ihren Status als nachhaltige und grüne Stadt unter Beweis stellt und verstärkt, erfreut Bürger und Bürgerinnen sowie Organisatoren der Konferenz gleichermaßen. „Das Thema Nachhaltigkeit wird in der Tagungs- und Kongressdestination Leipzig auf allen Ebenen gelebt: Dafür steht zum Beispiel der Caterer Fairgourmet, der bei der letzten greenmeetings und events Konferenz den Meeting Experts Green Award gewonnen hat“, betont Joachim König, Präsident des EVVC.

Matthias Schultze, der Geschäftsführer des GCB German Convention Bureau e.V., dessen Aufgabe es ist, die Positionierung Deutschlands als eine weltweit führende und nachhaltige Kongress- und Tagungsdestination zu sichern und weiter auszubauen, ergänzt Folgendes: „Auch das Congress Center Leipzig (CCL), die Leipziger Messe und alle Mitglieder der Initiative ‚Feel the Spirit – do-it-at-leipzig.de‘ haben sich nachhaltig aufgestellt – und nicht zuletzt die Stadt selbst positioniert sich als Fairtrade-Town oder mit innovativen nachhaltigen Mobilitätskonzepten.“

Die Organisatoren sowie die Verantwortlichen vor Ort stimmen überein darin, dass das Thema Nachhaltigkeit im Zuge der Klimaerwärmung, der weltweiten Verknappung der Ressourcen und des demografischen Wandels sowie der wachsenden Nachfrage nach nachhaltigen Konzepten immer wichtiger wird. Umso erfreulicher sei es, dass Leipzig Gastgeber für diese wichtige Konferenz sein dürfe.

Leipzig – eine durch und durch grüne Stadt?

Die meisten Leipziger, mit denen man so spricht, scheinen sich in ihrer Stadt sehr wohl zu fühlen. Die Stadt bietet alles, was man begehrt und besticht vor allem im Sommer mit den zahlreichen Seen an den Randgebieten und mit vielen Gerade die vielen Grünflächen, sowie das positive Stadtimage, die Kinder- und Seniorenfreundlichkeit sowie die gute Infrastruktur tragen zu der Beliebtheit der größten Stadt Sachsens bei. Dennoch stellt sich die Frage, ob die vielen Grünflächen bereits ausreichen, um Leipzig als „grüne Stadt“ zu bezeichnen oder ob es mehr bedarf und ob die Stadt diesem „Mehr“ in ihren Maßnahmen standhalten kann.

Das kommt natürlich zunächst darauf an, wie man eine grüne Stadt überhaupt definiert. In der Regel zeichnen sich Städte, wenn sie als „grün“ betitelt werden durch ihre Zukunftsfähigkeit und Nachhaltigkeit aus.  Eine große, wenn nicht gar die größte Bedeutung messen viele Definitionen aber tatsächlich der Begrünung verfügbarer Flächen bei. Städte also, die Bepflanzungsmaßnahmen überall dort umsetzen, wo sich Platz dafür bietet, also etwa in Parks oder auf leerstehenden Grundstücken, in Form von Bäumen an Straßenrändern oder auf Dächern – all dies trägt zu einer grüneren Stadt bei, die nicht nur optisch etwas her macht, sondern auch das Stadtklima verbessert und sich damit auf die Gesundheit der Bevölkerung auswirkt.

Leipzig lässt sich, nach einer solchen Definition, durchaus als grüne Stadt bezeichnen – und das nicht nur, weil sich bereits jetzt über die ganze Stadt unzählige Grünflächen verteilen. Die 2017 erstmalig erarbeitete Freiraumstrategie beispielsweise stellt als grüne Maßnahme für die Zukunft eine umfassende Standortbestimmung zum Leipziger Grün- und Gewässersystem dar. Die Strategie thematisiert das Stadtgrün und die Gewässer der Stadt in soziokultureller, ökologischer und ökonomischer Hinsicht und benennt die Schwerpunkte im künftigen Umgang mit der für die Umwelt- und Lebensqualität in Leipzig wichtigen grün-blauen Infrastruktur. Umweltbürgermeister Heiko Rosenthal äußerte sich dazu mit den Worten: "In Leipzig bilden Stadt und Landschaft seit jeher eine ganz besondere Verbindung, aus der sich auch für die Zukunft herausragende Potenziale für die Stadtentwicklung ergeben. […] In den nächsten Jahren liegt der Fokus auf der Vernetzung der Freiräume untereinander sowie deren Erreichbarkeit aus den Wohnquartieren heraus. Auch wenn die durchschnittliche Versorgung mit öffentlichen Grünflächen pro Kopf in Leipzig mit um die 16 Quadratmeter noch vergleichsweise hoch ist, so zeigen einzelne Stadtteile aufgrund des Bevölkerungswachstums und zunehmender Verluste an Grünflächen bereits Defizite."


Nachhaltigkeits- und Umweltprojekte der Stadt


2002 entwickelte die Bundesregierung die Strategie für Nachhaltigkeit, nach der beispielsweise nur so viel Wald gerodet werden darf, wie auch Bäume gepflanzt werden. Der dabei entstehende wirtschaftliche Nutzen soll im Einklang stehen mit den sozialen, ökologischen und wirtschaftlichen Strukturen. Gemessen an derartigen staatlich definierten Strategien und objektiven Kriterien kann sich Leipzig das Thema Nachhaltigkeit wie kaum eine andere deutsche Stadt auf die Fahne schreiben. 2012 bekam die Stadt sogar den Nachhaltigkeitspreis verliehen. Die Gründe dafür liegen sicherlich einmal in den bereits erwähnten zahlreich vorhandenen Grünflächen und deren stetigem Ausbau, aber auch in diversen weiteren Nachhaltigkeits- und Umweltprojekten.

Wichtig sind einerseits wissenschaftlich unterstützte Projekte, wie „Leipzig weiter denken“, einem Kooperationsprojekt zwischen der Stadt Leipzig (Koordination), der Lokalen Agenda Leipzig und dem UFZ, das von 2012 bis 2013 stattfand und bei dem Leipziger Bürgerinnen und Bürger, sowie lokale Akteure in die Diskussion zentraler Themenbereiche nachhaltiger Stadtentwicklung eingebunden werden und Themen wie die Mehrgenerationenstadt, energetische Sanierung, nachhaltige Finanzpolitik und Mobilität der Zukunft diskutieren und erörtern.

Andererseits spielen beispielsweise auch Bildungsprojekte, wie etwa das Projekt „Junge Auwald-Ranger“ eine große Rolle, wenn es um nachhaltige und grüne Stadtentwicklung geht – schließlich geht Nachhaltigkeit auch mit nachhaltiger Bildung einher, die sich wiederum nachhaltigen Themen zu widmen hat. Das Auwald-Ranger-Projekt richtet sich konkret an Kinder und Jugendliche im Alter von 10 bis 14 Jahren, die ein Jahr lang jeden Monat mit Begleitung durch Wissenschaftler und Fachexperten den Leipziger Auwald und die Umgebung genauer unter die Lupe nehmen können. Dabei finden einmal im Monat ganztätige Exkursionen statt – darunter auch Fahrradtouren und Paddeltouren, Experimente und Spiele –, bei denen die Schätze des Auwaldes entdeckt werden und die Themen Nachhaltigkeit, Naturschutz und die Relevanz des „grünen Denkens“ in für Kinder angemessener Weise verhandelt werden. Die nächsten beiden Termine für die Auwald-Ranger sind:

•    Samstag, der 14. April 2018, 10 – 16 Uhr:
-    „Auwald im Wandel – Fahrradexkursion im Leipziger Südraum zur Entwicklung der Landschaft im Laufe der Zeit“
-    Exkursionsleiter: Ronny Schmidt, Anna Herkelrath (GeoWerkstatt Leipzig e.V.)
-    Treffpunkt: Connewitzer Schleuse

•    Samstag, der 5. Mai 2018, 10 – 16 Uhr
-    „Moorfrosch, Laubfrosch, Erdkröte & Co. – Exkursion zu den alten Lehmlachen“
-    Exkursionsleiter: René Sievert (Nabu RV Leipzig)
-    Treffpunkt: Brücke an der Weißen Elster in 04435 Modelwitz

Genauere Informationen sind unter: auwaldstation@t-online.de oder Tel.: 0341 4621 895 erhältlich. (Ansprechpartner: Franka Seidel)

Wer übrigens als „ganz normaler Bürger“ der Stadt und als Konsument seinen kleinen Teil zur Nachhaltigkeit in Leipzig beitragen will, ohne groß politisch aktiv zu werden oder an größeren Projekten teilzuhaben, kann sich ganz einfach auf den Einkauf in nachhaltigen Geschäften konzentrieren. Wer die Augen offen hält, findet in Leipzig immer eine nachhaltige Option oder Alternative.