• Der Angeklagte, hier mit seinem Verteidiger Andreas Boine (l.), muss lebenslang ins Gefängnis. © Frank Vacik

Lebenslange Haftstrafe für Brandstifter von Plauen

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Lebenslang für einen tödlichen Brand: Weil er in Plauen ein Feuer gelegt und damit zwei junge Menschen getötet hat, ist ein 27-Jähriger am Mittwoch wegen Mordes verurteilt worden. Das Landgericht Zwickau sah es als erwiesen an, dass der Angeklagte am 5. Februar in einer Dachgeschosswohnung vorsätzlich ein Stück Stoff anzündete, um diese in Brand zu setzen.

Eine 22-Jährige und ein 25-Jähriger - beide Freunde des Angeklagten aus dem Drogenmilieu - hatten damals keine Chance und starben an einer Kohlenmonoxidvergiftung. Ein weiterer Mann erlitt an einem Viertel seines Körpers schwere Verbrennungen, eine Frau wurde leicht verletzt. Zudem mussten rund 15 Bewohner des Mehrfamilienhauses in Sicherheit gebracht werden.

Die genauen Hintergründe der Tat blieben auch nach zehn Verhandlungstagen größtenteils im Dunkeln. Vermutlich sei es aus Enttäuschung und Verärgerung zu der Brandstiftung gekommen, weil der beste Freund dem 27-Jährigen nicht genügend Aufmerksamkeit geschenkt habe, sagte der Vorsitzende Richter Klaus Hartmann in seiner Urteilsbegründung. Der zuletzt in Dresden lebende Angeklagte konsumierte demnach seit seiner Jugend Alkohol und Drogen und wurde schon früh straffällig.

Das Gericht folgte mit seinem Urteilsspruch dem Antrag der Anklage, der Verteidiger hatte hingegen einen Freispruch gefordert. Entweder habe sein Mandant im Drogenwahn gehandelt oder sei zu einem "falschen Geständnis" verleitet worden, das damit nicht verwertbar sei, sagte Rechtsanwalt Andreas Boine in seinem Schlussvortrag. Er hatte den ermittelnden Polizisten schwere Versäumnisse vorgeworfen.

Es sei nicht zu beschönigen, dass bei der Vernehmung des Mannes Fehler gemacht wurden, räumte der Richter ein. Dennoch halte das Gericht das Geständnis für verwertbar, das zudem nicht die einzige Grundlage für die Überführung des Angeklagten sei. Dieser habe sich unter anderem in der Nähe des Tatortes aufgehalten, über Täterwissen verfügt, neue Kleidung besorgt und die laut einer Zeugin nach Rauch riechenden Anziehsachen versteckt. "Das sind weitere belastende Indizien."

Zudem habe der Beschuldigte an zwei Geldautomaten sein gesamtes verfügbares Geld abgehoben, um damit vermutlich seine Flucht zu finanzieren. Dies alles spreche gegen eine Tat im Drogenwahn. Darüber hinaus sei die Wohnung von innen abgeschlossen gewesen, ein alternativer Täter von außen daher nicht plausibel.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Der Verteidiger kündigte an, beim Bundesgerichtshof in Revision gehen zu wollen. (dpa)

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Verteidiger Andreas Boine