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Leag will Abfälle in Boxberg verbrennen

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Die Leag plant eine weitere Müllverbrennungsanlage in der Lausitz. Im Kraftwerk Boxberg sollen künftig nicht mehr recyclebare gewerblichen Siedlungs- und kommunale Abfälle verwertet werden. Entsprechende technische Anlagen sollen an den Blöcken Q und R errichtet und voraussichtlich 2023 in Betrieb genommen werden, kündigte heute der Lausitzer Kraftwerksbetreiber an.  Die Leag plant mit einer maximalen Kapazität von 300.000 Tonnen im Jahr. Die Abfälle sollen zusammen mit Braunkohle vollständig verbrannt werden.

Leag-Sprecherin Kathi Gerstner legt Wert auf den Unterschied: " In einer Müllverbrennungsanlage werden in der Regel nicht aufbereitete Abfälle, überwiegend aus der haushaltsnahen Erfassung, behandelt. Bei Sekundärbrennstoffen, wie wir sie im Kraftwerk Boxberg verwerten wollen, handelt es sich hingegen um aufwendig aufbereitete Brennstoffe, die über einen hohen Heizwert verfügen. Zugleich wird bei Sekundärbrennstoffen die Schadstoffbelastung durch einen mehrstufigen Sortierprozess im Vergleich zum nicht aufbereiteten Hausmüll auf ein Minimum reduziert."

Abfälle aus Sachsen, Brandenburg und Sachsen-Anhalt für Boxberg

Die Leag sieht Bedarf in  Sachsen, Brandenburg und Sachsen-Anhalt. Abfälle von dort könnten in Boxberg verfeuert werden. Eine Konkurrenz zur Müllverbrennungsanlage in Lauta sieht die Leag nicht. Dort werde Hausmüll verbrannt, sagte Sprecherin Kathi Gerstner unserem Sender. Einen Mülltourismus aus dem Ausland soll es nicht geben.  

Bei den für Boxberg bestimmten Abfälle handelt es sich laut Leag  um aufwendig aufbereitete, heizwertreiche Brennstoffe. Damit könnten erhebliche Mengen Kohlendioxid aus fossilen Quellen eingespart werden. Damit werden gleichzeitig die Entsorgungssicherheit in der Region erhöht.  

Der Geschäftsführer des Regionalen Abfallverbands RAVON, Roman Toedter,  zeigte sich überrascht von den Plänen für Boxberg.

Proteste in Jänschwalde

Der Kraftwerksbetreiber  will   auch in Jänschwalde weiter Abfälle verbrennen. Die Pläne stoßen bei Anwohnern dort auf Protest.  360 Einwände sind gegen die Anlage eingegangen. Die Leag will im Sommer kommenden Jahres eine endgültige Entscheidung treffen. Sie hält die Kritik für unbegründet. Die Zusatzbelastungen seien als irrelevant eingestuft worden, sagte uns  Leag-Sprecherin Kathi Gerstner.

Seit 2005 wird Sekundärbrennstoff  im Kraftwerk Jänschwalde mitverbrannt. Derzeit sind es etwa 400.000 Tonnen im Jahr. 

Link zur Pressemitteilung der Leag:

www.leag.de/de/news/details/boxberg-plant-investition-in-weitere-thermische-verwertung/