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Lausitzer Wölfe breiten sich rasant in Deutschland aus

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Die Lausitzer Wölfe breiten sich rasant in Deutschland aus. Inzwischen leben die meisten Tiere nicht mehr in Sachsen. Darüber informierte heute  Ilka Reinhardt vom Lupus Institut für Wolfsmonitoring und -forschung in Rietschen. Nachgewiesen wurden 60 Rudel und 18 Paare sowie zwei Einzeltiere in sieben Bundesländern. Die Hauptwanderrichtung verläuft nach Nordwesten bis nach Niedersachsen.

17 Rudel in Sachsen

In Sachsen  haben die Wissenschaftler 17 Rudel und  vier Paare erfasst. Zwei neue Wolfsrudel wurden vor wenigen Wochen in der Oberlausitz nachgewiesen – das eine  in Großhennersdorf, das andere im  Masseneiwald bei Großröhrsdorf. Außerdem haben sich die Wölfe in mehreren Territorien in Sachsen vermehrt.

Reproduktionen wurden z.B. in den Gebieten Cunewalde, Dauban, Knappenrode und Rosenthal nachgewiesen. Das belegen Welpenfotos bzw. tot aufgefundene Welpen. Außerdem liegen Aufnahmen von einer Wolfsfähe mit Gesäuge aus den Rudeln Daubitz, Kollm und Nochten vor. Fotos gibt es auch aus dem Bereich Delitzsch/ Bad Düben vor. Hier müssen aber noch weitere Untersuchungen folgen.

Im vergangenen Jahr wurden in Sachsen über 20  tote Wölfe  gefunden. Die meisten verendeten nach Verkehrsunfällen. Elf Prozent wurden getötet. Zehn Prozent starben eines natürlichen Todes.

Konflikte mit Nutztierhaltern werden zunehmen

Lausitzer Wolfsschützer rechnen mit zunehmenden Konflikten mit Nutztierhaltern. Schadensmeldungen von Züchtern in Sachsen häufen sich. So meldeten sich in diesem Jahr schon 62 Betroffene. In 25 Fällen wurde  der Wolf als Verursacher festgestellt. 108  Schafe und andere Nutztiere wurden gerissen oder verletzt. 

Wolfsvorfall in Cunnewitz - "Kein Grund zur Sorge"

Ein spektakulärer Fall liegt erst knapp drei Wochen zurück. Ein Wolf jagte einen Hirsch durch Cunnewitz bei Kamenz. Kurz zuvor hatten auf einem der Grundstücke Kinder gezeltet. Wolfsmanager André Klingenberger sieht keinen Grund zur Sorge. Wölfe aus dem Rosenthaler Rudel hatten in den vergangenen Jahren auch immer wieder Schafe gerissen. Forderungen von Bewohnern aus der Region, die Tiere  abzuschießen, hält Klingenberger für überzogen.

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Reporter Knut-Michael Kunoth