• Sängerin Maruv möchte für die Ukraine am Eurovision Song Contest teilnehmen. Foto: Serg Glovny

Kritik an ukrainischer ESC-Sängerin Maruv

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Kiew (dpa) - In der Ukraine ist ein Streit um die Sängerin Maruv für den Eurovision Song Contest (ESC) 2019 in Tel Aviv entbrannt. Grund sind ihre Auftritte in Russland. «Vertreter der Ukraine kann kein Künstler sein, der im Aggressor-Staat tourt und dies weiter zu machen plant und darin nichts Inakzeptables sieht», schrieb Vizeministerpräsident Wjatscheslaw Kirilenko in der Nacht zum Sonntag bei Twitter. 

Auch nach Maruvs Sieg beim nationalen Vorentscheid am Samstagabend sei die Teilnahme noch nicht sicher. Ihm pflichteten mehrere Parlamentsabgeordnete bei.

Die 27-Jährige, die aus der russisch geprägten Ostukraine stammt und mit bürgerlichem Namen Anna Korsun heißt, hatte sich gegen fünf Konkurrenten mit dem auf Englisch und Deutsch gesungenen «Siren Song» (Sirenenlied) durchgesetzt. International wurde sie 2017 mit dem Elektro-Pop-Song «Drunk Groove» bekannt, dessen Video bis heute knapp 90 Millionen Abrufe bei Youtube hat.

Die Fernsehanstalt «UA:Perschyj» hat sich noch bis Dienstag Zeit gegeben, den ukrainischen Teilnehmer für den europäischen Musik-Wettbewerb am 18. Mai im israelischen Tel Aviv zu benennen. Die Ukraine sieht sich im Krieg mit Russland, nachdem die Nachbarn sich vor fünf Jahren zuerst die Schwarzmeer-Halbinsel Krim einverleibt hatten und danach auch prorussische Separatisten in der Ostukraine unterstützten. Für Deutschland nimmt das Duo
S!sters mit dem Lied «Sisters» am ESC teil.