Kriegswunde in Görlitz nach über 75 Jahren geheilt

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Nach mehr als 75 Jahren ist in Görlitz eine Kriegswunde geheilt worden.  Die Bischofskirche St. Jakobus wurde umfassend saniert. In den letzten Kriegstagen war die Kathedrale durch russischen Artilleriebeschuss stark beschädigt worden. Einzelne Schäden wurden zu DDR-Zeiten beseitigt.  Die Gesamtsanierung war aber längst fällig. 2013 bis 2015 wurde das Äußere des Gotteshauses erneuert. 2020 begann die innere Sanierung. Sie ist nun abgeschlossen. Am kommenden Sonntag wird St. Jakobus wiedereröffnet.

Die Gerüste sind verschwunden. Hier noch ein Pinselstrich, dort ein prüfender Blick.   Ein und ein dreiviertel Jahr haben Handwerker  in  St. Jakobus den Ton angegeben.  Mittel- und Querschiff wurden erneuert, ebenso Seitenkapellen und Chorbereich. Restauratoren frischten die historischen Malereien an Wand- und Gewölbeflächen auf. Die Schlusssteine mit Farbfassung und Vergoldung wurden rekonstruiert. Und vieles mehr.

Geheimnisvoller QR-Code im Kirchenschiff

Dabei wurden historische Elemente mit modernen Elementen verbunden. Bauleiter Thomas Backhaus spricht von neuen Orten. So wurde ein Taufstein aus bulgarischem Marmor aufgestellt. Es gibt eine Kinderkirche, eine Werktags- und Marienkapelle und und einen modernen Beichtraum. Es sei auch gelungen, die Tradition vorherige Generationen zum Leuchten zu bringen, ergänzt  Generalvikar Alfred Hoffmann.  Er zeigt an die Gewölbedecke mit dem Jakobusweg und einem QR-Code.

Ein Ritterschlag

Die Idee für den QR-Code  über dem Zelebrationsaltar  hatte Helge Warme. Der aus Brieslang bei Berlin stammende Künstler hatte den Auftrag für die malerische Gestaltung  bekommen. Für ihn ein Ritterschlag. "Ich habe kleinere und mittlere Kirchen im Bistum Görlitz gestaltet, aber noch keine Kathedrale."

Die Innensanierung hat rund 3,7 Millionen gekostet. Der Finanzrahmen sei eingehalten worden, so der Generalvikar. Über 80.000 Euro gingen an Spenden ein.

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Reporter Knut-Michael Kunoth