Kraftwerk Jänschwalde könnte länger am Netz bleiben

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Mit Blick auf die Energieversorgung im Winter gerät auch das Kraftwerk Jänschwalde immer mehr ins Blickfeld. Zur Absicherung der Wärmeversorgung sollen zwei Blöcke im Kraftwerk länger in der sogenannten “Sicherheitsbereitschaft” bleiben als geplant - allerdings nur für den Notfall. Das hatte Brandenburgs Wirtschaftsminister Jörg Steinbach klargestellt.

Die LEAG war bisher davon ausgegangen, dass “Block F” Ende September diesen Jahres und “Block E” Ende September nächsten Jahres stillgelegt werden, sagte eine Sprecherin. Es sei aber zu erwarten, dass eine Verlängerung beschlossen wird. Das Energieunternehmen bereitet sich darauf vor - auch mit der Einstellung von mehr Mitarbeitern.

Es sei aber erwartbar, dass die Bundesregierung die Verlängerung der Sicherheitsbereitschaft beschließen wird, so die Sprecherin. Dann dürfen Reserveanlagen befristet für eine von der Bundesregierung vorgegebene Zeit am Strommarkt eingesetzt werden. Der Entwurf einer Formulierungshilfe des Bundeskabinetts sieht nach Leag-Angaben vor, dass die beiden Blöcke des Kraftwerkes Jänschwalde E und F, die sich bereits in Sicherheitsbereitschaft befinden, bis zum 31. März 2024 in eine "befristete Versorgungsreserve Braunkohle" überführt werden.

Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck will Deutschland weiter für ein mögliches Wegbrechen russischer Gaslieferungen wappnen und dafür die Zahl der Kohlekraftwerke in Reserve ausbauen. Stillgelegte Braunkohlekraftwerke befinden sich in einer sogenannten Sicherheitsbereitschaft, damit sie bei Engpässen aushelfen können. Damit dies schneller klappt, sollen sie in eine neue Versorgungsreserve überführt werden.

Die Fernwärme-Produktion für die Stadt Cottbus und Peitz ist nach Angaben der Leag in jedem Fall über die vier Blöcke A - D sichergestellt. Diese sind nicht in Sicherheitsbereitschaft. Für die weiteren Leag-Kraftwerke Schwarze Pumpe, Boxberg und Block R in Lippendorf (Sachsen) ergebe sich nach Unternehmensangaben derzeit kein Handlungsbedarf - ihre Laufzeiten reichen entsprechend des Kohleausstiegsgesetzes über den 31. März 2024 hinaus. (mit dpa)