Initiativen aus Sachsen planen Aktionen zur NSU-Urteilsverkündung

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Die Aufklärung der NSU-Verbrechen soll nach dem Willen mehrerer Initiativen aus der Region Chemnitz und Zwickau mit der Urteilsverkündung nicht beendet sein. Am Donnerstag kündigten sie Aktionen am Vorabend und am Tag des Urteils (10. und 11. Juli) im Münchner NSU-Prozess an. Am Dienstag sollen auf dem Hauptmarkt in Zwickau Transparente mit Porträts der zehn Opfer des «Nationalsozialistischen Untergrundes» zu sehen sein. Am Abend ist eine Trauerfeier geplant, weitere Aktionen folgen am Mittwoch an Schauplätzen des NSU in der Region.

«Das Urteil ist lediglich Teil eines offenen Prozesses, an dessen Ende die umfassende Aufklärung, die Strafverfolgung aller Verantwortlichen, die Entschädigung der Betroffenen und die Garantie der Nicht-Wiederholung stehen muss», hieß es am Donnerstag in der Ankündigung zum Gedenken. «Ein großer Teil des Unterstützernetzwerks ist weiter in rechten Strukturen aktiv», erklärte Matthias Bley vom Bündnis für Demokratie Zwickau. Es gebe weiter eine hohe Anzahl von rechtsextremer Gewalt in Sachsen.

Die Neonazis Uwe Böhnhardt, Uwe Mundlos und Beate Zschäpe hatten nach ihrem Abtauchen in den Untergrund zuerst in Chemnitz und dann lange Zeit unentdeckt in Zwickau gelebt. Sie werden unter anderem für neun Morde an Menschen mit ausländischen Wurzeln und den gewaltsamen Tod einer Polizistin verantwortlich gemacht. Böhnhardt und Mundlos nahmen sich das Leben. In München müssen sich Zschäpe und vier Unterstützer des Terrortrios vor Gericht verantworten. (dpa)