Impfzentren in Sachsen bleiben bis Ende September offen

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Die 13 Impfzentren in Sachsen werden bis Ende September weiter betrieben und damit länger als geplant. Das hat am Dienstag das Kabinett in Dresden beschlossen. Erstimpfungen werden in allen Impfzentren bis Ende August im bisherigen Umfang angeboten. Im September soll dann ein eingeschränkter Betrieb stattfinden, der die offenen Zweitimpfungen absichert. Auch die 30 mobilen Teams bleiben weiter im Einsatz, so Sozialministerin Petra Köpping. Es gibt auch eine leichte personelle Aufstockung, weil die Mitarbeiter in den Impfzentren oft bis spät in die Nacht hinein arbeiten.

Nach September sollen dann die Arztpraxen erste Anlaufstelle für die Corona-Schutzimpfung sein. Unter anderem begründete Köpping die verlängerte Öffnung damit, dass mit Ausweitung des Kreises der Impfberechtigten nun mehr Menschen das Recht auf eine Impfung haben. Zudem soll eine Überlastung der Arztpraxen vermieden werden. Die Kosten für die Verlängerung bezifferte Köpping mit rund 52 Millionen Euro - die Hälfte der Kosten trägt der Bund. Rund 120.000 Impfungen sind derzeit pro Woche in den Impfzentren und bei den mobilen Teams möglich.

Eigentlich sollten die Impfzentren nur bis Ende Juli bzw. Ende August offen bleiben. Beim Impfen ist aber weiterhin Geduld gefragt, denn es gibt noch immer nicht genügend Impfstoff in Sachsen. Der Freistaat bekomme generell zu wenig Impfstoff geliefert, so Köpping. Sie mahnt deshalb beim Bund verlässliche Daten zu den Liefermengen an.

Seit Ostern laufen auch die Impfungen bei den Hausärzten im Routinesystem. Seitdem leisten rund 2.300 niedergelassene Ärzte einen bedeutenden Beitrag zur Durchimpfung der Bevölkerung. In den Hausarztpraxen wird allerdings auch oft weniger geliefert als bestellt, das führt laut Köpping zu Ärger bei Ärzten und Patienten.

Allein bis Anfang Juni wurden bei den Hausärzten knapp 726:000 Impfdosen von ihnen verabreicht. Seit 7. Juni können auch die Betriebsärzte impfen. Sie werden ebenfalls über den Großhandel und die Apotheken beliefert.

Kabinett, Ausschüsse im Landtag und verschiedene Gremien wollen in den nächsten Tagen über neue Corona-Regeln diskutieren, die ab Anfang Juli gelten. Die derzeitige Landesverordnung greift bis zum 30. Juni. Ein zentraler Punkt ist die Maskenpflicht, um deren Abschaffung derzeit angesichts niedriger Infektionszahlen auch bundesweit gestritten wird.

Während die AfD-Fraktion im Landtag fordert, die Maskenpflicht auch in geschlossenen Räumen abzuschaffen, sollte sie aus Sicht von Köpping etwa in Bussen und Bahnen, beim Einkaufen sowie in Gesundheitseinrichtungen bestehen bleiben. Sie verwies auf ähnliche Regelungen im vergangenen Corona-Sommer. Im Freien müsse ohnehin nur noch eine Maske getragen werden, wenn der Mindestabstand von 1,5 Metern nicht eingehalten werden könne. Zudem soll mit der neuen Landesverordnung eine neue Inzidenz-Untergrenze "U10" eingezogen werden, bei der weitere Beschränkungen für Veranstaltungen, Kontaktbeschränkungen und Tests fallen. (mit dpa)