Immobilienpreise in Sachsen steigen weiter

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Der Immobilienmarkt zieht auch in Sachsen seit einigen Jahren deutlich an. Die immer höhere Nachfrage sorgt dafür, dass die Preise in beliebten Regionen stetig weitersteigen. Für das Jahr 2020 ist bislang in vielen Regionen Sachsens eine Seitwärtsbewegung zu sehen – das gilt jedoch natürlich nicht für die beliebtesten Lagen wie Leipzig oder Dresden. Mittelfristig rechnen Experten zudem mit weiteren Ausschlägen der Preise nach oben. Doch wo lohnt sich ein Immobilienkauf aktuell besonders? Welche Lagen sind angesagt und wo lassen sich die berühmten Schnäppchen realisieren?

Leipzig und Dresden als Hotspots in Sachsen

Die beliebtesten Regionen Sachsens lassen sich unschwer erkennen. Neben Dresden sticht hier vor allem Leipzig hervor. Der Leipziger Immobilienmarkt hat erst im letzten mit einem Umsatz von 3,4 Milliarden Euro einen neues Rekordwert hingelegt. Zudem sind die Immobilienpreise in Leipzig von Ende 2019 bis Anfang 2020 um ca. 9% angestiegen. Diese Steigerung lag mehr als doppelt so hoch wie in der Bundeshauptstadt Berlin (+4%). Trotzdem ist Wohnen in Sachsen nach wie vor vergleichsweise günstig, wie die folgenden Zahlen zeigen:

StadtQuadratmeterpreis
München8.993 Euro (Eigentumswohnungen 2019)
Frankfurt6.701 Euro (Eigentumswohnungen 2019)
Stuttgart6.324 Euro (Eigentumswohnungen 2019)
Potsdam6.164 Euro (Eigentumswohnungen 2019)
Deutschland (Durchschnitt)3.615 Euro (Eigentumswohnungen 2020)
Leipzig3.576 Euro (Eigentumswohnungen 2020)
Dresden3.346 Euro (Eigentumswohnungen 2020)
Sachsen (Durchschnitt)2.917 Euro (Eigentumswohnungen 2020)
Tabelle 1: Immobilienpreise ausgewählter Stäte, Quelle: Statista und Wohnungsboerse.net.

Während die Hotspots Dresden und Leipzig sich in punkto Immobilienpreisen zumindest ansatzweise an den deutschen Durchschnitt annähern, ist der Rest Sachsens immer noch verhältnismäßig günstig.

Doch auch hier lassen sich gewisse typische Tendenzen beobachten:

1. Bildung von Speckgürteln

Die beiden Großstädte Dresden und Leipzig wachsen beständig weiter und ziehen damit vor allem junge Menschen an, die auf der Suche nach auskömmlichen Jobs sind. Davon profitieren auch die umliegenden Landkreise und Gemeinden, die immer mehr zu einer Art Speckgürtel werden. Für Leipzig sind dies vor allem Orte die Markranstädt, Markkleeberg, Grimma, Pegau und auch Regis-Breitlingen.

Der Speckgürtel Dresdens umfasst hingegen den Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge und auch die Stadt Meißen, die zuletzt wieder einen leichten Bevölkerungsanstieg zu verzeichnen hatten. Die Immobilienpreise steigen natürlich auch hier an, befinden sich aber nach wie vor deutlich unter dem Niveau der Metropolen.

2. Anstieg der Mieten

Natürlich geht die höhere Nachfrage in den Metropolen Sachsens auch nicht spurlos an den Mieten vorbei. In Leipzig stiegen die Mieten 2019 ca. um 5% im Vergleich zum Vorjahr. Das Umland kam mit einer Mietsteigerung von 2% eher glimpflich davon.

Trotzdem lässt sich für den Landkreis Leipzig zwischen 2008 und 2018 ein Mietanstieg um 28% beobachten, während in der Stadt selbst die Mieten im gleichen Zeitraum nur um 8,6% zulegten. In Dresden scheint der Trend genau umgekehrt zu verlaufen: Hier stiegen die Mieten in der Stadt zwischen 2008 und 2018 um insgesamt 28,5%, wohingegen der Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge nur ein Plus von 13,9% zu verzeichnen hatte.

Besonders günstig wohnen: In Sachsen kein Problem

Bis auf die oben erwähnten Hotspots sowie deren wachsendes Umland bewegen sich die Immobilienpreise in Sachsen auf einem recht günstigen Niveau. So lassen sich im Vogtlandkreis oder auch rund um Zwickau nach wie vor sehr günstige Immobilien erwerben, die Preise von unter 1.000 Euro pro m² aufrufen. Leider erweisen sich gerade ländliche Regionen für die potenzielle Käufer oft als unattraktiv. Das hat vor allem folgende Gründe:

  • Schlechtere Anbindung
  • Infrastruktur hinkt den Großstädten hinterher
  • Weniger Jobs

Hier könnte sich aber gerade der Trend zum Homeoffice als kleiner Lichtblick zeigen. Wer von zu Hause aus arbeiten kann, muss nicht mehr dringend direkt in der Nähe seines Arbeitgebers wohnen.

Tipp:

Wer den Großteil seiner Zeit im Homeoffice verbringen kann, sollte sich überlegen, in etwas ländliche Regionen zu ziehen. Daraus ergäbe sich am Ende eine Win-Win-Situation: Die Käufer erhalten sehr günstige Immobilien und die Landkreise würden wiederbelebt. Wo mehr Menschen leben, wird die Infrastruktur auf längere Sicht auch wieder verbessert.

Was sollten potenzielle Käufer bei der Immobilienwahl beachten?

Wer mit dem Gedanken spielt, eine Immobilie zu kaufen, steht definitiv vor einer großen Planungsaufgabe. Doch welche Schritte und Fragestellungen sind dabei besonders wichtig? Hier ein Überblick:

1. Wie viel Haus können wir uns leisten?

Eine der ersten Fragen betrifft sicherlich die Finanzierbarkeit einer Immobilie. Zu diesem Zweck ist es wichtig, die eigenen finanziellen Möglichkeiten genau einzuschätzen. Mit einer Haushaltsrechnung erzielen potenzielle Käufer schnell Ergebnisse. Hierbei werden zunächst alle Einnahmen aufgelistet und den regelmäßigen Ausgaben zuzüglich einer Notreserve gegenübergestellt. Die Differenz stellt den Betrag dar, den der Kreditnehmer regelmäßig für die Tilgung seiner Baufinanzierung aufbringen kann.

Zusätzlich sollten Interessenten ein gewisses Maß an Eigenkapital aufbringen. In Zeiten hoher Immobilienpreise erwarten Banken im Normalfall mindestens die Nebenkosten als Eigenkapital. Idealerweise weisen Käufer jedoch eher 15-20% des Kaufpreises als Eigenkapital vor.

Mit diesen Daten können Interessenten errechnen, welcher Kaufpreis für sie realistisch ist.

2. Passendes Objekt finden

Nachdem das Budget klar ist, besteht der nächste Schritt darin, eine dazu passende Immobilie zu finden. Hierbei sollten potenzielle Käufer vor allem diese Aspekte unter die Lupe nehmen:

  • Zustand der Immobilie (am besten mit einem Gutachter besichtigen)
  • Mikrolage (direkte Umgebung)
  • Lage (Wie wird sich der Ortsteil entwickeln?)

Darüber hinaus muss die Immobilie natürlich auch ein Stück weit den eigenen Wünschen und Vorstellungen entsprechen. Hierbei müssen Käufer zwar immer den einen oder anderen Kompromiss eingehen, aber letztlich sollten sie sich natürlich in ihrem potenziellen Eigenheim wohlfühlen können.

Tipp:

Sollte die eigene Wunschimmobilie zu teuer sein, kann ein Blick in Nachbarregionen sinnvoll sein. Mitunter lassen sich dort ähnliche Objekte erheblich günstiger erwerben.

3. Günstige Finanzierung suchen

Darüber hinaus ist es wichtig, eine günstige Baufinanzierung zu finden. Die Zinsunterschiede der einzelnen Anbieter erweisen sich hier regelmäßig als recht deutlich. Ein genauerer Blick fördert nicht selten ein großes Sparpotenzial zutage. So sparen Käufer bei einer Kreditsumme von 180.000 Euro und einer anfänglichen Tilgung von 3% bei einem Zinsunterschied zwischen 1,5 und 1,9% pro Jahr bereits fast 8.000 Euro in 15 Jahren.

Soll ein Haus komplett neu gebaut werden, ist es wichtig, bei der Baufinanzierung auch die Bereitstellungszinsen und eine bereitstellungsfreie Zeit zu achten. Darüber hinaus hat sich in der Vergangenheit ein Sicherheitspuffer von ca. 10% der Kosten als sinnvoll erweisen.

Tipp:

Kreditnehmer sollten auch immer die Möglichkeit staatlicher Förderungen prüfen. Auf diesem Weg lassen sich deutlich vergünstigte Darlehen und attraktive Tilgungszuschüsse mitnehmen.

4. Modernisierungen prüfen

Wer eine günstige Immobilie erwirbt, kann im Zuge des Kaufs gleich mögliche Modernisierungen prüfen. Ein Austausch der Heizungsanlage oder Maßnahmen zur Wärmedämmung können nämlich gleich mit der Baufinanzierung und günstigen Förderkrediten abgedeckt werden. So lässt sich der Wert der Immobilie gleich zu Beginn noch einmal deutlich steigern. Außerdem verbessern geringere Ausgaben für Strom und Heizung die eigene finanzielle Situation dauerhaft.

Diese Tipps skizzieren den Ablauf eines Immobilienkaufs nur grob. Trotzdem können Sie eine Orientierung geben, worauf Interessenten achten sollten, wenn sie sich für ein Haus oder eine Eigentumswohnung interessieren.

Günstig zum Eigenheim: In Sachsen trotz steigender Preise möglich

Ein Eigenheim ist nach wie der Traum sehr vieler Menschen in Deutschland und auch in Sachsen. Glücklicherweise rückt dieser Traum gerade in Sachsen nicht so stark in die Ferne wie in Berlin, Hamburg oder München. Zwar steigen auch in Sachsen die Immobilienpreise. Trotzdem liegen die Kosten für ein Haus oder eine Eigentumswohnung selbst in Sachsen oder Dresden noch unterhalb des deutschen Durchschnitts. Wer zudem den Markt gründlich sondiert, auch Nachbarregionen in die Suche einbezieht und darüber hinaus eine günstige Finanzierung auswählt, kann sich den Traum vom Eigenheim erfüllen, ohne den eigenen Geldbeutel zu stark zu belasten.