• Zum Wintertreffen kamen wie jedes Jahr tausende Besucher. Foto: T. Staudt

    Zum Wintertreffen kamen wie jedes Jahr tausende Besucher. Foto: T. Staudt

Hitler-Imitator sorgt für Wirbel beim Motorradtreffen

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Die Polizei untersucht einen Zwischenfall beim Motorradtreffen auf Schloss Augustusburg. Ein Teilnehmer kam im armeegrünen Gepann und Stahlhelm angefahren, der Mann im Beiwagen imitierte Adolf Hitler. Das Gespann parkte unter Jubel direkt neben einem Polizeifahrzeug ein, der Beamte blieb im Auto sitzen und fotografierte die beiden. Ein Video davon kursiert in sozialen Medien.

#augustusburg#Sachsen da wo sich auch die @PolizeiSachsen daran erfreut, wenn "Adolf H." mit dem #Motorrad vorfährt.https://t.co/ndOLlj8w0d#niewieder#fcknzshttps://t.co/AMvXZt8JMbpic.twitter.com/EnGAGwHnhE

— Spekulatius Chemnitz (@SpekulatiusC) 12. Januar 2020

In einer Stellungnahme der Polizei heißt es: „Das Verhalten des Kollegen ist nicht zu akzeptieren. Diesbezüglich wird eine eingehende Auswertung mit ihm erfolgen. Ein Einschreiten und Unterbinden in der Szenerie wäre einzig richtig gewesen."

Über 1.800 Motorradfahrer kamen am Wochenende zum diesjährigen Wintertreffen nach Augustusburg. In den Höfen und rund um die Schlossgebäude präsentierten sie ihre BMWs, MZs, Harley Davidsons und viele andere aktuelle Marken, phantasievoll aufgemotzte Spaß-Bikes sowie ältere Modelle mit viel nostalgischem Charme. Damit machten Bikes und Biker Schloss Augustusburg zum Anziehungspunkt für fast 7.500 Besucher aus Nah und Fern.

Update 13. Januar - Stellungnahme der Schlossbetriebe

„Der inoffizielle Auftritt eines Mannes, der sich zum Wintertreffen am vergangenen Wochenende als Hitler-Kopie verkleidet hatte, ist absolut intolerabel. Die Schlossbetriebe distanzieren sich aufs Schärfste von einem solchen Verhalten“, sagt Patrizia Meyn, Geschäftsführerin der Augustusburg-Scharfenstein-Lichtenwalde Schlossbetriebe gGmbH.

Der Mann, der in einem Beiwagen saß, war den Mitarbeitern nach aktuellem Recherchestand nicht aufgefallen. Wie er am Sicherheitspersonal an der Einfahrt vorbeikam, ist im Nachhinein nicht mehr nachvollziehbar. Ob er dabei einen Helm oder eine Mütze getragen und später abgenommen hat, ist rein spekulativ. Wäre der Mann aufgefallen, hätten die Schlossbetriebe von ihrem Hausrecht Gebrauch gemacht und den Mann nachdrücklich und unmissverständlich gebeten, das Gelände zu verlassen.

Ob das Verhalten des Mannes auch einen Straftatbestand erfüllt, müssen nun die zuständigen Behörden klären. Dazu stehen die Schlossbetriebe in engem Kontakt mit der zuständigen Polizeidienststelle. Für das 2021 geplante Wintertreffen zum 50. Jubiläum werden die Schlossbetriebe entsprechende Vorkehrungen treffen, um eine Wiederholung eines solchen oder ähnlicher Vorfälle auszuschließen."