• Hier wird am Samstag demonstriert.

  • Hier gibt es Parkverbote

  • Der Mahngang Täterspuren führt durch die Johannstadt.

  • Die JA will vom Wiener Platz zum Neumarkt ziehen.

  • Rechtsextreme wollen im Bereich Reick/Gruna demonstrieren.

  • Am Bahnhof Neustadt wird an deportierte jüdische Mitbürger erinnert.

Hier wird in Dresden demonstriert

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Dresden -Bereits an diesem Samstag (10. Februar) gibt es in Dresden mehrere Demonstrationen, Kundgebungen und Gedenkveranstaltungen im Vorlauf zum 13. Februar. Am Dienstag erinnert Dresden an die Zerstörung der Stadt im zweiten Weltkrieg. Bei einer Menschenkette soll dann wieder ein Zeichen für Frieden und gegen Gewalt gesetzt werden.

Demonstrationen sorgen am Samstag für Einschränkungen

Die größten Einschränkungen und das größte Versammlungsgeschehen erwartet die Polizei bereits an diesem Samstag. Sowohl in der Innenstadt, als auch im Dresdner Osten muss am Nachmittag zeitweise mit Straßensperrungen gerechnet werden. Die DVB stellen zusätzliches Personal in der Leitstelle ab, um auf Störungen kurzfristig zu reagieren. Zudem wurde von der Polizei wieder ein Bürgertelefon geschaltet:

Kontakttelefon:        (0351) 483-3000 (am Samstag von 12 bis 19 Uhr erreichbar)


Mahngang Täterspuren in der Johannstadt


Der Mahngang Täterspuren wird ab 14:00 Uhr von der Uniklinik durch die Johannstadt bis zur Marschner Straße ziehen. Organisiert wird dieser vom Bündnis Dresden Nazifrei und Studenten der Evangelischen Hochschule. Bis zu 2000 Teilnehmer werden erwartet, die an verschiedenen Schauplätze der NS-Zeit Station machen. Die Organisatoren wollen beim Mahngang in diesem Jahr auch hinterfragen, wie nationalsozialistische Propaganda auch durch Bildungseinrichtungen und Sportvereinen verbreitet werden konnte. Möglicherweise wird dann auch zu einer Gegendemo mobilisiert, zunächst bleibe es aber beim Treffpunkt um 14:00 Uhr, teilte eine Sprecherin auf Anfrage mit.

Rechtsextreme Demonstration in Reick/Gruna

Zudem wurde eine rechtsextreme Demonstration für den Bereich Gruna und Reick angemeldet. Anmelder ist der JN-Vorsitzende Maik Müller, der bereits in der Vergangenheit die rechten Aufzüge in Dresden anmeldete. Bis zu 600 Teilnehmer werden erwartet. Die Stadt Dresden informierte darüber, dass sich Anwohner in Reick und Gruna auf Einschränkungen einstellen müssen. Die Polizei sichert die Demos mit bis zu 1000 Beamten ab. Der Dresdner Polizeipräsident Horst Kretzschmar rechnet mit Blockadeversuchen. Nach unseren Informationen sammeln sich die Teilnehmer ab 15:00 Uhr an S-Bahnhof Reick. Das bestätigte dann auch der Anmelder in einem Posting bei Facebook.

AG 13. Februar ruft zu Gegenprotest auf

Die AG 13. Februar in der Stadt hat für Samstag kurzfristig ebenfalls zu einer Demonstration aufgerufen, um Gesicht gegen Rechtsextremismus zu zeigen. Die Demonstrationsanmeldung erfolgte für den 10.02. ab 15.30 Uhr bis 18:00 Uhr an der Hauptallee/Karcherallee am Großen Garten.

Joachim Klose, der Moderator der Arbeitsgemeinschaft schrieb: "Dies ist eine friedliche und gewaltfreie Veranstaltung. Wir laden alle Demokratinnen und Demokraten ein, an der Veranstaltung teilzunehmen und unser Anliegen zu unterstützen. Zeigen Sie Gesicht  gegen Rechtsextremismus und rechte Gewalt. Wir werden es nicht ohne Protest zulassen, wenn rechtsextreme Gruppen das friedliche Gedenken am 13. Februar stören und das Datum missbrauchen." Auch Oberbürgermeister Hilbert rief per Facebook zu der Demonstration auf, er hoffe auf zahlreiches kommen, schrieb Hilbert.

Gedenkveranstaltung am Bahnhof Neustadt und in Nickern angemeldet

Kleinere Gedenkveranstaltungen wurden u.a. am Gedenkstein in Altnickern und am Bahnhof Neustadt angemeldet. Am Schlesischen Platz wird ab 15:00 Uhr der deportierten jüdischen Mitbürger gedacht. Die Anmeldung in Altnickern erfolgte vermutlich nur vorsorglich, um zu verhindern, dass an dem Kriegerdenkmal Rechtsextreme demonstrieren.

Junge Alternative am Wiener Platz


Ohne Bezug zum 13. Februar wird zudem am Wiener Platz demonstriert. Anmelder ist erneut die Junge Alternative (JA), die sich dort ab 15:00 Uhr versammeln will. Angemeldet wurden 100 Teilnehmer für die Veranstaltung "Offene Grenzen sind tödlich!". Die AfD will dann über die Prager Straße zum Neumarkt ziehen. Auch AfD-Landtagsabgeordnete werden erwartet. Möglicherweise kommt es auch dort zu Gegendemos.

Polizeichef: "Einsatzreichste Woche des Jahres"

Der Dresdner Polizeipräsident Horst Kretzschmar sagte: "Morgen beginnt für uns die vermutlich einsatzreichste Woche des Jahres. Drei Einsätze innerhalb einer Woche sind eine besondere Herausforderung. Die Einsatztage (10., 13. und 17. Februar) werden sich aber sehr voneinander unterscheiden."

Unterstützung aus Thüringen

Die meisten Einsatzkräfte werden ab Samstagmittag im Stadtgebiet präsent sein. Dabei werden die sächsischen Beamten von Kollegen aus Thüringen und der Bundespolizei unterstützt. Am Samstag wird nach Angaben Kretzschmars der größte Einsatz stattfinden. "Ich rechne mit einer konfrontativen Versammlungslage, die sich aus den angezeigten Aufzügen der unterschiedlichen Lager zwangsläufig ergibt. Wir erwarten Blockadeversuche des rechten Aufzuges durch Gegendemonstranten."

Einsatzlage am 13. Februar entspannt

Horst Kretzschmar: "Für den 13. Februar, dem eigentlichen Gedenktag, erwarten wir eine deutlich geringere Dynamik. Als Schwerpunkt sehen wir den Neumarkt, auf dem mehrere Versammlungen angezeigt sind. Uns liegen keine Hinweise auf einen rechten Aufzug an diesem Tag vor." Allerdings hat die sogenannte "Wellenlänge" eine Kundgebung am Neumarkt angemeldet, dort ist mit Gegenprotesten zu rechnen.

Teilnehmer an der Menschenkette und anderen Veranstaltungen am 13. Februar werden gebeten, etwas mehr Fahrzeit einzuplanen. Beispielsweise wird der Fahrverkehr in der Innenstadt während der Dresdner Menschenkette zwischen 18.00 Uhr und 18.15 Uhr kurzzeitig zum Erliegen kommen.

Über weitere Veranstaltungen können sich Interessierte auf www.13februar.dresden.de informieren.

17. Februar am Postplatz/Zwingerteich Demo

Auch am 17. Februar wir die Innenstadt im Fokus des Polizeieinsatzes stehen. Am Zwingerteich will sich erneut der Holocaust-Leugner Ittner mit bis zu 200 Demonstranten versammeln. Auch dann wird Gegenprotest erwartet.

Straßen- und Parkplatzsperrungen

Etwa 30 Polizeibeamte werden an allen drei Einsatztagen für die Regulierung des Verkehrsaufkommens eingesetzt. Durch möglichst kurzzeitige Sperrungen sollen sie die Einschränkungen für die Bevölkerung so gering wie möglich halten. Im Zusammenhang mit dem Polizeieinsatz werden unter anderem zeitweise die Parkplätze an der Schießgasse und Reitbahnstraße für die Polizei gesperrt.

"Kommunikationsteams" im Einsatz

Die Dresdner Polizei setzt erneut „Kommunikationsteams“ ein. Durch ihre ständige Gesprächsbereitschaft wollen die sächsischen Beamten Konflikten vorbeugen und dadurch letztlich deeskalierend wirken, teilte die Pressestelle der Polizei mit. In den „Kommunikationsteams“ werden Polizeibeamte aus den verschiedensten Dienstbereichen eingesetzt. Sie üben die Tätigkeit zusätzlich zu ihrem regulären Dienst aus.

Kretzschmar erwartet friedlichen Verlauf

Horst Kretzschmar: "Ich erwarte für alle Einsatztage einen grundsätzlich friedlichen Verlauf. Dafür spricht zum einen die Entwicklung in den vergangen Jahren, aber auch unsere aktuelle Einschätzung zu Art und Umfang der Mobilisierung. Solange der Protest friedlich und gewaltfrei ist, werden wir als Polizei auch für Gegendemonstranten einen Protest in Hör- und Sichtweite gewährleisten. Ich appelliere daher auch an die Vernunft aller Versammlungsteilnehmer, ihren Teil zu einer friedlichen Woche für Dresden beizutragen.“ 

Kontakttelefon eingerichtet

Interessierte Bürger erhalten Hinweise an einem Kontakttelefon. Dieses ist zu folgenden Zeiten besetzt:

10. Februar 2018        in der Zeit von 12.00 Uhr bis 19.00 Uhr
13. Februar 2018        in der Zeit von 10.00 Uhr bis 20.00 Uhr

Kontakttelefon:        (0351) 483-3000