• Braunkohlekraftwerk Turow

Grünes Licht für Klage gegen Tagebau Turow

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Tschechien will rechtlich gegen den polnischen Braunkohletagebau Turow im Zittauer Dreiländereck vorgehen. Prag gab gestern grünes Licht für eine Klage vor dem Europäischen Gerichtshof. Man habe sich lange vergeblich um eine Lösung ohne gerichtliche Auseinandersetzungen bemüht, so Außenminister Tomas Petricek. Der Tagebaubetreiber will bis 70 Meter vor der  Grenze baggern. Tausende Tschechen in der Region befürchten, dass ihnen buchstäblich das Trinkwasser abgegraben wird.

Tschechien wirft Polen vor, gegen die EU-Richtlinie zur grenzüberschreitenden Prüfung der Umweltverträglichkeit verstoßen zu haben. Zudem sei der Öffentlichkeit der Zugang zu Informationen verwehrt worden.

Auch Zittau muss mit negativen Folgen rechnen, sollte der Tagebau erweitert werden. Laut einer Studio droht dann die Stadt bis 2044 um einen Meter einzusinken.

Audio:

Reporter Knut-Michael Kunoth im Gespräch mit Petra Urbanova von der Umweltrechtskanzlei Frank Bold