Görlitz will mit Joker auf Welterbeliste

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Görlitz ist wieder auf Welterbekurs. Die Stadt bewirbt sich als Beispiel für den Wandel des europäischen Handels vom späten Mittelalter in die Neuzeit. Sachsen wird die Unterlagen im Oktober bei der Kultusministerkonferenz einreichen.

Görlitz hat seine Bewerbung aus dem Jahr 2012 überarbeitet und präzisiert. Dabei half ein internationaler Experte. Der Engländer Barry Gambell  soll die Stadt auf die Welterbeliste bringen.  Er ist sozusagen der Joker für Görlitz. "Er hat schon neun Bewerbern auf die Unesco-Liste verholfen, so Bürgermeister Michael Wieler.  

Das Verfahren auf Landesebene kann die Stadt überspringen, da  ihre ursprüngliche Bewerbung nicht abgewiesen, sondern nur zurückgestellt worden war. Ab Oktober heißt es Daumen drücken. Eine Fachjury der Kultusministerkonferenz wird die Bewerbung begutachten. Ende nächsten Jahres fällt die Entscheidung, ob Görlitz auf die nationale Vorschlagsliste kommt, die wiederum 2024 bei der Unesco eingereicht wird. Frühestens 2025 könnte es dann heißen: Görlitz steht auf der Liste.

Im Sommer soll ein Welterbezentrum in Görlitz öffnen. Dort werden u.a. die für die Bewerbung relevanten Bauten vorgestellt. Besucher erfahren, wie im ausgehenden Mittelalter Kaufleute in Görlitz lebten, wie sie den Fernhandel organisierten und was sie für die Stadt stifteten. Ein weiteres Thema ist die Rettung der Altstadt nach der friedlichen Revolution 1989.

Görlitz hatte sich vor acht Jahren das erste Mal als Kandidat empfohlen, war aber nicht bis auf die nationale Vorschlagsliste gekommen. Der Stadt wurde damals empfohlen, die Bewerbung zu überarbeiten.

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Reporter Knut-Michael Kunoth