Geboren in Zeiten von Corona

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So sorgen Eltern und Verwandte für Babys Sicherheit

Eine Geburt zählt immer zu den aufregendsten Ereignissen im Leben, sowohl für die Eltern als auch für das Kind. Das Baby erinnert sich nicht an den Vorgang selbst und weiß später auch nicht mehr, dass es vom Gesicht seiner Eltern öfter einmal nur die Augen zu sehen bekam, weil der Rest unter einer Maske verborgen war. Geboren werden und gebären, beides ist nicht einfach, erst recht nicht, wenn eine Pandemie die Welt in Atem hält.

Mittlerweile dürfen Väter in Sachsen wieder mit in den Kreißsaal, zumindest in den meisten Krankenhäusern und Geburtskliniken. Das ist jedoch nur der aktuelle Stand, denn  je nach Entwicklung kann sich das schnell wieder ändern. Wenn alle mithelfen und vorsichtig sind, dann kann eine zweite Welle hoffentlich vermieden werden. Das kann der Gesundheit von Eltern und Kind ebenfalls nur zuträglich sein! Denn das Leben mit dem Baby ist in diesen Zeiten etwas eingeschränkt.

Das Problem: Corona-Infizierte können ansteckend sein, ohne selbst etwas von ihrer Infektion zu bemerken. Da überlegt man sich als Eltern zweimal, wie man es nach der Geburt mit den Besuchen regeln möchte. Auf den meisten Geburtsstationen in Sachsen sind ohnehin nur einzelne Besucher erlaubt, was in der Regel der Kindsvater sein wird. Doch nach wenigen Tagen geht man zusammen mit dem neuen Familienmitglied nach Hause, wo sonst der „Besuchsmarathon“ beginnt. Neben der Hebamme, die für die Eltern eine unverzichtbare Begleitung ist, finden sich normalerweise auch Großeltern, Tanten, Cousinen und Freunde ein.

Doch jeder einzelne Besucher birgt das Risiko einer Infektion mit dem Virus, das er nicht nur an das Baby direkt, sondern auch an die Eltern übertragen kann. Es gilt also besondere Vorsicht! Wir haben dafür die wichtigsten Tipps gesammelt.


Das sollten frisch gebackene Eltern jetzt beachten

1.    Muss es wirklich ein persönlicher Besuch sein?

Das sollte man sich in den nächsten Wochen und so lange Corona noch ein Thema ist, unbedingt fragen. Einerseits kann man Besuche generell ausschließen, wofür die meisten Verwandten und Freunde Verständnis haben dürften. Andererseits kann man auch eine individuelle Risikobeurteilung vornehmen: War diese Person vor Kurzem im Urlaub, vielleicht sogar in einem Risikogebiet? Kommt sie auf der Arbeit mit vielen anderen Personen in Kontakt? Sind Kinder in der Familie, die sich eventuell in der Kita oder Schule angesteckt haben können?

2.    Natürlich sollten die lieben Menschen nicht ausgeschlossen werden, die sich über die Geburt des neuen Menschleins freuen.

Das bedeutet jedoch nicht, dass sie unbedingt nach Hause kommen müssen. Mit einer individuellen Geburtskarte kann „die ganze Welt“ über die Ankunft des neuen Erdenbürgers informiert werden, sodass sich niemand ausgeschlossen fühlt. Hat man sich als Eltern entschieden, auf Besuche zu verzichten, kann für Freunde und Familienmitglieder auch eine (regelmäßige) Videosession veranstaltet werden. Das funktioniert ganz einfach über Skype oder auch WhatsApp, wo man eine Gruppe erstellen und die entsprechenden Personen einladen kann. So bleiben sie auf dem Laufenden und sind sogar näher an der Entwicklung, als es mit einem oder zwei Besuchen möglich wäre. Knuddeln und den besonderen Babyduft einatmen, das wird dann eben später nachgeholt.

3.    Für alle Personen, die mit dem Baby in Kontakt sind, gelten natürlich Vorsichtsmaßnahmen. Das betrifft auch die Eltern! Auf Folgendes ist zu achten:

  • Die gründliche Hygiene der Hände ist unverzichtbar. Wer seine Hände 30 Sekunden lang mit Seife wäscht, der tötet alle Viren einfach ab. Das funktioniert sogar besser, als wenn man Desinfektionsmittel benutzt. Allerdings müssen die Hände ausreichend lange gewaschen und gründlich abgetrocknet werden. In einer feuchten Umgebung fühlen sich neue Erreger nämlich sehr wohl. Bei wem das dauernde Waschen die Haut strapaziert, der sollte lieber zu einer alkoholischen Desinfektion greifen. Eincremen nicht vergessen!
  • Wer das Baby auf den Arm nimmt, sollte eine Maske tragen. Das gilt besonders dann, wenn es sich um Personen handelt, die nicht im gleichen Haushalt wohnen.
  • Eltern und Angehörige sollen es vermeiden, sich unbeabsichtigt ins Gesicht zu fassen. Dadurch könnten sie sich infizieren, wenn sie zuvor eine mit dem Virus befallene Fläche angefasst hatten. Das wiederum würde eine größere Gefahr für den Säugling bedeuten.
  • Achtung beim Husten und Niesen – es sollte nur in die Armbeuge oder in ein Taschentuch passieren.
  • Wer sich krank fühlt, sollte zum Arzt gehen und seine Symptome abklären lassen!

4.    Nicht die gute Laune verlieren!

Ja, es ist traurig, dass man im Wochenbett nicht betitelt und verwöhnt werden kann, wie man es sich eigentlich wünschen würde. Anstatt dass man bekocht wird und alle das Baby bewundern (und auch mal eine Weile auf dem Arm halten, damit man sich kurz entspannen oder sogar duschen kann), muss man alles allein regeln und fühlt sich isoliert. Das kann einen eventuell vorhandenen Babyblues sogar noch verstärken. Was man dann tun kann:

  • Raus an die frische Luft gehen, auch wenn der Wochenfluss noch nicht versiegt ist und die Narbe vom Kaiserschnitt noch schmerzt. Frische Luft und ein wenig Sonne haben jedoch eine sehr wohltuende Wirkung auf die Stimmung.
  • Ganz viel telefonieren, damit man sich weniger allein fühlt. Auch Videochats sind eine gute Lösung.
  • Sich Essen bestellen, Einkäufe online erledigen und eine Haushaltshilfe bei der Krankenkasse beantragen. Jede noch so kleine Unterstützung zählt!
  • Nicht vergessen:  Auch das ist nur eine Phase, und sie geht vorbei.