• Mähen, trimmen, säen, gießen: Der Frühling hält eine Bandbreite an Gartenarbeiten vor. Pixabay.com © Skitterphoto (CC0 Creative Commons)

    Mähen, trimmen, säen, gießen: Der Frühling hält eine Bandbreite an Gartenarbeiten vor.

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Frühling und Corona: Jetzt noch im Garten arbeiten?

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Der Frühling ist da. Mittlerweile hat es in Deutschland weit mehr als zehn Grad Celsius. Zeit also, endlich den heimischen Garten auf Vordermann zu bringen. Eigentlich. Denn das Coronavirus hat Deutschland und seine Nachbarländer derzeit fest im Griff. Immer mehr Einschränkungen im täglichen Leben werden von Bundes- und Landesregierung beschlossen. Was das für alle sächsischen Bürger bedeutet und inwieweit Gartenarbeit trotzdem möglich ist, erfahren Interessierte hier.

Fallzahlen: Mehr als 150 Betroffene in Sachsen

Das neuartige Coronavirus betrifft mittlerweile fast alle sächsischen Bürgerinnen und Bürger. Im gesamten Freistaat sind zwar bisher erst rund 152 Menschen positiv getestet (Stand: 17. März 2020). Allein 23 entfallen dabei übrigens auf die Landeshauptstadt. Dennoch hat die Landesregierung mittlerweile viele Maßnahmen ergriffen, um die Bevölkerung zu schützen und die Ansteckungen so gering wie möglich zu halten. Im Hitradio RTL Ticker hält die Redaktion alle Interessierten stets auf dem Laufenden über aktuelle Entwicklungen.

So schließen bereits ab Donnerstag, den 19. März viele öffentlichen Einrichtungen, um die Bürgerinnen und Bürger zu schützen. Doch keine Sorge: Supermärkte, Drogerien, Apotheken, Banken, Sparkassen, Poststellen und Co. bleiben selbstverständlich weiterhin geöffnet. Es ist also möglich, Dinge des täglichen Bedarfs jederzeit – sogar am Sonntag – einzukaufen. Wichtig ist, dass die Sächsinnen und Sachsen sich vorsichtig verhalten. Dazu gehört das regelmäßige Händewaschen, Körperkontakt zu Fremden zu vermeiden und sich nicht unnötig draußen aufzuhalten. Die letzte Regel gilt übrigens nur bedingt für den eigenen Balkon und Garten.


Gartenarbeit trotz Quarantäne möglich?

Grundsätzlich ist es selbstverständlich erlaubt, sich im eigenen Garten oder auf dem heimischen Balkon aufzuhalten. Der Aufenthalt an der frischen Luft ist gut für das Immunsystem. Zudem kann der Körper endlich wieder selbst Vitamin D bilden, wenn er mit Sonnenstrahlung in Berührung kommt. Das sorgt für gute Laune und eine gute Calciumaufnahme in die Knochen.

Zudem wird es langsam Zeit für Gartenarbeit. Der Rasen möchte wieder frisch gemacht werden und die ersten Setzlinge kommen im Frühjahr in die Erde. Ob Rasen mähen, Rasen trimmen oder Blumen pflanzen – die Liste der Gartenarbeiten im Frühjahr ist lang. Die meisten Tätigkeiten können natürlich auch in Zeiten von Corona ausgeführt werden. Übrigens: Wer neue Gartengeräte benötigt, muss sich keine Sorgen machen. Baumärkte bleiben ebenfalls weiterhin geöffnet, sodass eine Neuanschaffung kein Problem ist. Ein neuer Rasentrimmer ist also schnell gekauft und schon kann die Arbeit im heimischen Garten losgehen.

Vorsicht sollten Personen walten lassen, die sich derzeit in häuslicher Quarantäne befinden. Hier gibt es spezifische Richtlinien, was erlaubt ist und worauf Menschen in Quarantäne verzichten sollten. Wer in häuslicher Quarantäne ist, darf das Haus grundsätzlich erstmal nicht verlassen. Das gilt sowohl für die Arbeit als auch für Einkäufe, Spaziergänge oder Erledigungen. Es ist aber erlaubt, den eigenen Balkon oder Garten zu betreten – sofern dieser Bereich von anderen Balkonen und Gärten klar abgegrenzt ist. Gemeinsam genutzte Gärten oder Terrassen hingegen sind tabu. Das heißt: Wer einen abgetrennten Garten hinter dem Haus hat, kann auch in häuslicher Quarantäne weiterarbeiten. Ist dies nicht der Fall, muss die Gartenarbeit für die 14tägige Quarantäne ruhen.

Übrigens: Wer sich nicht an die Regeln der häuslichen Quarantäne hält, muss mit empfindlichen Geldstrafen oder einer Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren rechnen!

Wichtig: Nachbarn nicht belästigen!

Egal ob Quarantäne oder nicht: Wer im Garten arbeitet, muss an die Nachbarn denken. Ob der eigene Garten hinter dem Eigenheim oder Gartenparzelle im Kleingartenverein, spielt dabei kaum eine Rolle. Grundsätzlich gibt es Ruhezeiten, in denen laute Gartenarbeit zu unterlassen ist. Meist ist dies von 12 bis 15 Uhr und abends ab 22 Uhr. Die genauen Zeiten sind der entsprechenden Hausordnung oder dem Mietvertrag zu entnehmen.

Die Regeln für Ruhezeiten gelten übrigens auch für Feste, Kinderlärm und andere Ruhestörungen. Hier ist es wichtig, dass Mieter und Gartenbesitzer sich einvernehmlich an alle Regelungen halten oder bereits im Vorfeld schauen, wie sich Lärm im Garten vermeiden lässt. Diese Maßnahmen dienen in erster Linie dem Frieden unter den Gartennachbarn. Zudem ist es für alle Beteiligten angenehmer, wenn der Garten eine Oase der Ruhe ist und nicht zur Partymeile wird.

Bei Erkrankung lieber schonen statt schuften

Wer sich schlecht fühlt oder krank ist, sollte grundsätzlich körperliche Anstrengung vermeiden. Das gilt selbstverständlich auch für Gartenarbeit. Dafür muss natürlich keine Covid-19-Erkrankung vorliegen. Bereits bei den ersten Anzeichen einer klassischen Erkältung gilt es, sich auszuruhen und die Erkrankung zügig auszukurieren. Selbstverständlich ist eine mögliche oder bewiesene Covid-19-Infektion nicht zu unterschätzen. Die Symptome unterscheiden sich zum Teil erheblich von denen einer Erkältung oder einer Grippe. Zu den typischen Symptomen von Covid-19 zählen Fieber, trockener Husten und Kurzatmigkeit. Bei einer Erkältung liegt der Schwerpunkt eher auf Niesen, Kopf-, Hals- und Gliederschmerzen sowie Schnupfen. Eine Grippe geht meist mit folgenden Symptomen einher:

•    Fieber
•    Müdigkeit
•    trockener Husten
•    Gliederschmerzen
•    Kopfschmerzen

Jede dieser Erkrankungen sollte im Bett mit viel Flüssigkeit kuriert werden. Bei Verdacht auf eine Infektion mit dem Coronavirus sollten Patienten telefonisch Kontakt zum Hausarzt oder zum Gesundheitsamt ihrer Gemeinde aufnehmen. Dort wird das weitere Vorgehen besprochen. In jedem Fall muss die Gartenarbeit warten, bis die Infektion auskuriert ist.


Tipp: Kinder einbinden und so für Spaß und frische Luft sorgen

Bereits vor einigen Tagen hat die sächsische Landesregierung beschlossen, bis zum Ende des Osterferien alle Schulen und Kinderbetreuungseinrichtungen zu schließen. Das bedeutet, dass viele Eltern nun ganztätig für die Betreuung ihrer Kleinen verantwortlich sind. Zudem sind öffentliche Einrichtungen geschlossen und es wird davon abgeraten, sich in großen Gruppen zu treffen. Spielplätze und Badeseen fallen somit auch weg. Wie wäre es also, die Kinder bei der Gartenarbeit einzubinden? Auch den Jüngsten tun Bewegung und frische Luft gut. Sie können zum Beispiel Pflanzensamen säen und dann beobachten, wie die Pflänzchen nach und nach dank guter Pflege wachsen. Auch beim Gießen sind die Kleinen oft mit Elan und Feuereifer dabei. Wenn sich irgendwann Unlust breit macht, hilft es, zu spielen. Bewegungsspiele, ein Trampolin oder eine Schaukel lassen Kinderaugen auch in Zeiten von Corona strahlen.