• Das Containerdorf in der Dresdner Johannstadt. Foto: Tino Plunert

    Das Containerdorf in der Dresdner Johannstadt. Foto: Tino Plunert

  • Foto: Tino Plunert

    Foto: Tino Plunert

Freistaat bekommt "Schleudersachsen" für Containerdorf in Dresden

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Der Negativpreis «Schleudersachse» geht in diesem Jahr an den Freistaat. Innen- und Finanzministerium hätten alles dafür getan, damit Sachsen den Preis erstmals in Empfang nehmen könne, teilte der Bund der Steuerzahler mit. Mit dem «Schleudersachsen» kürt der Verein jährlich Verschwender öffentlicher Gelder im Freistaat. Den Angaben zufolge hat Sachsen rund 7,8 Millionen Euro für Aufbau, Bewachung und Kauf eines leerstehenden Containerdorfes in der Dresdner Innenstadt bezahlt. «Wegen falscher Bedarfsprognosen», so Vorstand Thomas Meyer.

Das als Erstaufnahmeeinrichtung für Asylbewerber geplante Dorf aus mehr als 500 Containern wurde den Angaben zufolge 2016 fertig gebaut und vom Freistaat gemietet - allerdings nie genutzt und nach drei Jahren Leerstand schließlich vom Land gekauft und abgebaut. Die Container sollen nun als Schulungsräume dienen, unter anderem für die Landesfeuerwehrschule.

Bürger konnten online über den «Schleudersachsen» abstimmen, mehr als die Hälfte (56,7 Prozent) votierten für den Freistaat. Auf dem zweiten Platz landete eine überflüssige Brücke über die Röder im Schutzgebiet Hüttertal für 200.000 Euro, auf dem dritten Platz ein «Skywalk» mit Blick aufs Elbtal in Bad Schandau. Die geschätzten Kosten liegen ebenfalls bei 200.000 Euro.