• Frauke Petry am Donnerstagabend in der "Alten Posthalterei". (c) Ralph Köhler/propicture

Frauke Petry erklärt in Zwickau die "Blaue Wende"

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Zwickau -Die ehemalige AfD-Vorsitzende Frauke Petry hat am Donnerstagabend in der "Alten Posthalterei" ihr neues Projekt vorgestellt: das Bürgerforum "Blaue Wende". Anziehen will sie enttäuschte Konservative - mit und ohne Parteibuch. Das Bürgerforum soll dabei als "Firewall" funktionieren, die Experten  durchlässt, die dann in der "Blauen Partei" Politik machen. Als Vorbild nannte Petry die "Liste Sebastian Kurz" in Österreich, die zwar an die ÖVP angedockt ist, aber als Bewegung die Wahl gewonnen hatte.

Etwa hundert Leute waren der Einladung von Frauke Petry und Mit-AfD-Aussteiger Uwe Wurlitzer gefolgt. Ein Dutzend Polizisten sicherte die Veranstaltung ab. Den Zuhörern erklärte Petry die Ziele der Bewegung, sie kam dabei auf innen- und außenpolitische Themen zu sprechen. (Standpunkte: Mindestlohn ist Folge verfehlter Sozialpolitik, Asylrecht muss Gnadenrecht sein, Wehrpflicht wieder einsetzen, bezahlbare Energiepolitik, Volksentscheide einführen, Zusammenarbeit mit Russland und USA wichtig, Israel strategischer Partner im Nahen Osten ...)

Viel Zeit verwendeten Petry und Wurlitzer für Erklärungen, warum sie aus der AfD ausgetreten sind. Die AfD sei mittlerweile genauso etabliert wie die Altparteien. Bei allen sei gleich, dass "80 Prozent der Kraft in Parteistrukturen investiert werden, nur 20 Prozent ins Programm", sagte Petry. Beide rechneten mit den AfD-Rechtsaußen Björn Höcke und Jens Maier ab (Petry: "Pappnasen"), die sich nicht an das Parteiprogramm gehalten hätten. "Immer, wenn wir die Leute hatten, wollte irgendeine Knalltüte den Zweiten Weltkrieg gewinnen", sagte Wurlitzer.

Bis zum Wahljahr 2019 will Petry Netzwerke knüpfen mit Verbänden und Institutionen und regionale Strukturen aufbauen. "Wir wollen in Sachsen die konservative Wende mit kompetenten Kandidaten". Aktuell hat die "Blaue Wende" nach Petrys Angaben 3.000 Interessenten, darunter 500 in Sachsen.