• Sie kennen sich seit ihrer Kindheit: Foxwarren. Foto: Anti/Chris Graham

Folkpop-Band Foxwarren: Schöne Songs aus der Provinz

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Berlin (dpa) - Im Konzert erinnert der Singer-Songwriter Andy Shauf auch in puncto Schüchternheit gerne mal an Vorbilder wie Elliot Smith oder Nick Drake. Zusammen mit seiner Kumpel-Band Foxwarren kommt der Kanadier nun etwas selbstbewusster rüber.

Zwar klingt der freundliche, sanfte Gesang des langhaarigen blonden Mannes mit der Gitarre immer noch leicht schleppend und zögerlich. Doch die Anwesenheit von drei guten Freunden im Studio - Darryl Kissick (Bass), Avery Kissick (Drums) und Dallas Bryson (Gitarre) - scheint ihn etwas aus der Reserve gelockt zu haben.

Das Ende November erschienene Album «Foxwarren» (Anti-/Indigo), wie die Band selbst benannt nach dem Kissick-Heimatort in der kanadischen Provinz Manitoba, ist zwar kein alles überstrahlendes Meisterwerk, aber doch eine hübsche Talentprobe von vier aufstrebenden jungen Musikern.

Am ungewöhnlichsten im Vergleich zum (freilich noch recht schmalen) Shauf-Gesamtwerk - darunter das starke zweite Album «The Party» (2016) - sind die Songs «Everything Apart» und «Fall Into A Dream» mit vorwärts drängender Krautrock-Rhythmik und Keyboard-Effekten. «In Another Life» und das abschließende «Give It A Chance» lassen dann wieder die üblichen Shauf-Referenzen zu: Smith, Drake, Harry Nilsson, Paul Simon, Paul McCartney.

Ein weiterer sensibler Folkpop-Musiker mit schönen Melodien halt. So gehen die 35 Minuten des Foxwarren-Debüts schwerelos dahin und hinterlassen ein angenehm schläfriges Gefühl - aber auch den Eindruck, dass dieser Andy Shauf noch mehr kann. Ob mit oder ohne Band.